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Kondome gibt’s kostenlos

Altwarmbüchen Kondome gibt’s kostenlos

Im Ratssaal stand am Mittwoch eine Diskussion über die kostenlose Ausgabe von Kondomen an Jugendliche auf der Tagesordnung. Das Thema deutet es an: Die Ratssitzung war nicht ganz echt.

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Gymnasiastin Jule fordert in der Debatte mehr Dolmetscher für Flüchtlinge.

Quelle: Stephan Hartung

Isernhagen. Im Isernhagener Ratssaal wird über die kostenlose Ausgabe von Kondomen an Jugendliche beraten. „Das geht sonst ins Geld, das weiß ich aus Erfahrung“, argumentiert ein Gymnasiast aus der Fraktion „10d“ und sorgt für Gelächter unter den Schülern auf den Fraktionsbänken. Thema, Teilnehmer und Fraktionsname zeigen: Es handelte sich um keine gewöhnliche Ratssitzung. Denn zwei Tage lang regierten 90 Schüler im Rathaus.

Isernhagener Realschüler und Gymnasiasten nahmen am Planspiel Pimp Your Town! des Vereins „Politik zum Anfassen“ teil. Das Spiel soll Schülern die Kommunalpolitik näherbringen. Diese schlüpfen in die Rollen von Ratsmitgliedern, besprechen sich in ihren Fraktionen und entwickeln mittels eigener Ideen Anträge für die Tagesordnung des Rates. Parallel dazu arbeitet auch die Klasse 7b der Realschule auf Hochtouren: Sie übernimmt die Journalisten-Rolle und veröffentlicht für die Pimp-Your-Town-Zeitung Nachrichten aus der Kommunalpolitik.

Zur Seite stehen den Schülern echte Ratsmitglieder, die per Crashkurs Einblicke in ihre Arbeit bieten. Die Redaktion führt zudem Interviews mit acht Ratsmitgliedern aller Parteien. „Sie haben uns interessante Sachen erzählt, beispielsweise wie man den Busverkehr raus aus dem Altwarmbüchener Zentrum verlegen kann“, erzählt „Redakteurin“ Valeria.

Die Ratssitzung leitet im Spiel wie in der echten Politik Oliver Mengershausen (CDU). Drei Stunden lang diskutieren die Jugendlichen über eine Lasertag-Arena, Bolzplätze, Dolmetscher für Flüchtlinge und ein grünes Klassenzimmer. „Unterricht in der Natur braucht man nicht“, sagt Jonas. Pimp-Your-Town-Leiter Gregor Dehmel ist zufrieden. „Es gibt immer weniger Jugendparlamente. Daher wollen wir Schüler mit diesem Projekt für Politik begeistern.“ Bleibt noch die Frage zu klären, wie die Abstimmung zu den Kondomen verlief: keine Gegenstimme, nur eine Enthaltung, sonst alle dafür. Das gibt es in der realen Politik auch sehr häufig.

von Stephan Hartung

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