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Slawomir Saranok brilliert am Flügel

Isernhagen F.B. Slawomir Saranok brilliert am Flügel

Trotz der ein wenig lieblosen Präsentation der Reihe „Weltklassik am Klavier“ in der für 50 Besucher viel zu großen Scheune des Isernhagenhofs kommen jeweils am ersten Sonntag im Monat Liebhaber der Reihe.

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Slawomir Saranok spielt "Weltklassik am Klavier".

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen F.B.. Denn zwölfmal im Jahr lassen sich junge, vielversprechende oder auch bereits renommierte Pianisten hören. Slawomir Saranok war diesmal kurzfristig für die Japanerin Maya Ando eingesprungen, die sich vor dem Konzert verletzt hatte und deshalb nicht nach Isernhagen F.B. kommen konnte.

2008 hatte der Weißrusse an der Hochschule für Musik und Theater Hannover sein Aufbaustudium in der Soloklasse von Professor Bernd Goetzke beendet. Schon allein deswegen lag die Messlatte für ihn ziemlich hoch. Als Kind der russischen Schule brillierte er nach außen leidenschaftslos, mit meist fest zusammengepressten Lippen. Da konnte das Publikum noch so begeistert applaudieren, Saranok verbeugte sich zweimal linkisch und war verschwunden. Wer allerdings genau hinsah, konnte immerhin den Anflug eines Lächelns in seinem Gesicht erkennen.

Höchst konzentriert Werke von fünf Komponisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, hintereinander weg zu spielen, ohne Noten und ohne Pause – das verlangt höchste Konzentration und vor allem variables Können. Drei Sonaten von Domenico Scarlatti aus der Zeit des Barocks sowie Franz Schuberts vielgespielte Klaviersonate A-Dur D664 und Frédéric Chopins Leidens-Fantasie f-Moll waren zu hören. Auch Felix Mendelssohn-Bartholdy war mit einer kleinen Auswahl von Werken vertreten. Ludwig van Beethovens anmutiges, leichtgewichtiges Rondo „Für Elise“ mit seinem effektvollen Wechsel aus lauten und leisen, schnellen und langsamen Passagen gehört zu den meistgespielten Klavierstücken in deutschen Wohnzimmern.

Saranok spielte es nur, um den Kontrast zu dem nachfolgenden Rondo „Die Wut über den verlorenen Groschen“ herauszustellen. Rasend vor Zorn über den monetären Verlust, fliegen dabei die Hände über die Tastatur, das einem schon beim Zusehen schwindelig wird – das war beim weißrussischen Pianisten am Sonntag nicht anders. Dieses vom jungen Beethoven geschaffene Rondo a capriccio, wie es eigentlich heißt, ist ein beliebtes Virtuosenstück der Weltliteratur.

Von Jürgen Zimmer

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