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So wünscht sich die Politik ihre Altdörfer

Isernhagen F.B. So wünscht sich die Politik ihre Altdörfer

Wie sollen die Altdörfer künftig aussehen, und welchen Einfluss will die Politik auf die Gestaltung von Neubauten nehmen? Mit der Beratung im Ortsrat F.B. am Mittwochabend haben jetzt alle Dörfer ihr Votum abgegeben - und die Wunschliste ist lang.

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Der Isernhagenhof in F.B. gilt allgemein als Musterbeispiel für die charakteristische Optik der Altdörfer.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Grundsätzlich sind sich alle Ortsräte einig: Die hochmodernen Kubaturen, schrille Farben und andere optische Ausreißer sollen an der Ortsdurchfahrt des Hagenhufendorfes nicht mehr entstehen dürfen. Die Frage allerdings, in welchen Bereichen man mit einer Gestaltungssatzung künftig überall Einfluss nehmen möchte, haben die Politiker doch ganz unterschiedlich beantwortet.

„So eine örtliche Bauvorschrift ist wie ein Korsett“, hatte Stadtplaner Harald Meyer vom beauftragten Planungsbüro Stadtlandschaft bei der Vorstellung der Bestandsanalyse vor der Politik betont. Ein Korsett könne die Gestalt durchaus verschönern - aber wer es zu eng schnüre, nehme dem Träger die Luft und finde wohl niemanden, der es tragen möchte.

Diese Einschätzung teilte auch der Ortsrat F.B. am Mittwochabend. „Wir sind uns einig, dass wir möglichst wenig gestalten und reglementieren wollen“, betonte Friedrich Redeke (CDU). „Ausreißer und Extreme sollen vermieden werden, aber die Bürger dennoch frei bauen dürfen“, ergänzte Ortsbürgermeister Thomas Hahn (SPD). Im Gegensatz zu den anderen drei Altdörfern gebe es in F.B. bisher auch nur wenige optische Auffälligkeiten. 14 Kategorien hatte das Bauamt den Politikern vorgestellt - jeweils galt zu klären, ob man darauf Einfluss nehmen wolle mithilfe einer Gestaltungssatzung oder eben nicht.

In der Tat zeigten sich die F.B.er Politiker am zurückhaltendsten mit ihren Wünschen: maximal zwei Geschosse, keine Flachdächer auf Hauptgebäuden, keine schrillen Glitzerziegel und keine große Werbung von nicht ansässigen Firmen an der Hauptstraße. „Das ist so, wie es jetzt auch ist. Damit wird der Bürger wohl leben können“, war Hahn überzeugt.

Der Ortsrat, der am meisten Einfluss nehmen möchte, sitzt in N.B. Gebäudehöhe, Fassadengestaltung, Auswahl der Baustoffe, Farben der Bauteile, Dachform, -neigung, -farbe und -material, Werbegestaltung und die Art und Höhe der Zäune: Die N.B.er fordern dafür Vorgaben. Der Ortsrat K.B. hingegen möchte als einziger Bauherren vorschreiben, dass sie Nebenanlagen wie Carports zu begrünen haben. Einig sind sich derweil alle Politiker, dass sie die Gestaltung der Gärten den Bauherren selbst überlassen wollen.

Wie eng das Korsett letztlich wirklich geschnürt wird, muss sich 2016 zeigen. Die Planungsabteilung wird gemeinsam mit dem Büro Stadtlandschaft einen Vorentwurf erarbeiten mit Vorschlägen zu den gewünschten Punkten. Voraussichtlich im Frühjahr beginnt dann eine weitere Beratungsrunde. Klar ist schon jetzt: Eine einzige Gestaltungssatzung für alle Altdörfer wird es nicht geben. Und auch wenn die Politiker in dem obersten Ziel, „das charakteristische Ortsbild der Altdörfer zu erhalten“, geeint sind, hat sich doch schon während der ersten, groben Beratungsrunde gezeigt: Über Geschmack lässt sich an vielen Stellen eben doch streiten.

Carina Bahl

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