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Ungekrönt auf wackeligen Brettern

Altwarmbüchen Ungekrönt auf wackeligen Brettern

Mittendrin statt nur dabei: In der Reihe Heimat hautnah wagen Zeitungsmitarbeiter den Selbstversuch. Redakteur Frank Walter hat beim Stand Up Paddling (SUP) die Wogen des Altwarmbüchener Sees bezwungen.

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Selbst auf dem breiten Anfängerboard sind die ersten Paddelschläge eine äußerst wackelige Angelegenheit.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Auf Hawaii, wo das Surfen erfunden wurde, war Stand Up Paddling dem König vorbehalten, lässt sich auf schlauen Seiten im Internet nachlesen. Wahrhaft königlich durch die Wogen des Altwarmbüchener Sees gleiten, mal links und mal rechts das Paddel reingepiekst der Abendsonne entgegen - das Bild gefällt mir. SUPer Tobias Blase vom Wassersportverein Altwarmbüchen (WSV) wird mir seinen Sport vorstellen. Ich bin noch siegessicher: Die einwöchige Erfahrung in der Surfschule auf Fuerteventura vor 30 Jahren sollte doch reichen für einen eleganten Auftritt?

Zugegeben: Mit Eleganz haben meine Trockenübungen wenig zu tun. Auf der Wiese vor dem Klubhaus steche ich mit dem Paddel erst einmal ins Gras statt ins Wasser. Der WSV gehört bundesweit zu den ersten Vereinen, die das „SUPen“ anbieten, mein Lehrer Tobias ist vor drei Jahren bei der Trendsportart gelandet. Auf Flüssen gucke man, anders als die Sitzpaddler, nicht immer nur stumpf gegen die Uferböschung, und außerdem trainiere man mit dem Stehpaddel den ganzen und nicht nur den Oberkörper, listet er zwei Vorteile auf.

Dass er gerade mit dem Ganzkörpertraining Recht hat, merke ich ein paar Minuten später auf meinem Brett - mein Gott, ist das anstrengend. „Du nimmst erst mal das breite Board, das wackelt nicht so“, hatte Tobias mir völlig unerklärlich meine Trockenübungen kommentiert. Doch ganz so dumm stelle ich mich offenbar gar nicht an, denn den Sturz ins Wasser zeige ich nur für die fotografierende Kollegin - und ärgere mich ein paar Minuten später, dass ich bei 18 Grad Lufttemperatur nicht doch vehementer auf einen wärmenden Neoprenanzug bestanden habe.

Auch wenn ich kein unfreiwilliges Bad nehme: Die anderen SUPer, die sich stets donnerstags um 18.30 Uhr am WSV-Heim an der Seestraße treffen, sind mir meilenweit voraus, und das ist nicht nur räumlich gemeint. Die Knie gebeugt, das Paddel ganz vorn eingestochen und nur kurz durchgezogen, der obere Arm stets durchgestreckt, dabei noch die Richtung halten und nicht ins Wasser fallen - aus Tobias’ Mund klingt das ja ganz einfach, aber gerade mein Streck- entpuppt sich eher als Beugemuskel. Dass ich dennoch nach einer halben Stunde vom Dickschiff für Anfänger auf das schnittige Board mit dem schönen Namen „Barbara Streisand“ wechseln darf, verstehe ich einfach mal als Auszeichnung - was soll bloß der Kommentar „damit fällt er rein!“ vom Ufer?

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