Die Bürgerstiftung Isernhagen ist der Gastgeber für den Arbeitskreis Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen, der zu seiner 35. Tagung einlädt. Wie viele Vertreter nach Altwarmbüchen kommen, stehe noch nicht fest, sagte Koch. „Ich kann mir vorstellen, dass wir mit dieser Veranstaltung in der Region eine positive Stimmung für Bürgerstiftungen machen können.“ Denn der Bedarf sei gewaltig.
Zwar gebe es bundesweit rund 200 mit Gütesiegel zertifizierte Bürgerstiftungen, wobei Niedersachsen nach Einschätzung Kochs sogar „Bürgerstiftungsland Nummer eins“ ist. Angesichts knappen Geldes und der damit verbundenen Kürzungen der staatlichen Leistungen komme den Bürgerstiftungen wachsende Bedeutung zu.
Diese Entwicklung sei nicht nur negativ, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Es muss nicht schlecht sein, wenn der Bürger mehr Dinge selbst in die Hand nimmt.“ Schließlich sei dies die Chance, selbst etwas für das Gemeinwesen zu tun und ein Zeichen zu setzen.
Nicht zuletzt könnten die Bürgerstiftungen auch flexibler reagieren, ergänzte Wolfgang R. Stolt, Sprecher der Bürgerstiftung Isernhagen. Weil Entscheidungen nicht von diversen politischen Gremien getroffen werden müssten, könne in einigen Fällen deutlich schneller gehandelt werden. Dennoch könnten die Bürgerstiftungen allein nicht viel ausrichten und seien auf Unterstützung angewiesen, sagte Koch. Die Arbeit wird aus den Zinsen, die das nicht antastbare Stiftungskapital bringt, sowie aus Spenden und Erlösen finanziert.
In der Region Hannover gibt es außer in Isernhagen nur noch in Hannover und Hemmingen Bürgerstiftungen. „Wir sind eine junge Bewegung.“ Unter den insgesamt 160 000 Stiftungen in Deutschland seien die 200 zertifizierten Bürgerstiftungen ein kleines Pflänzlein.
Thomas Tschörner
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