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Rathaus macht sich für Frauen stark

Isernhagen Rathaus macht sich für Frauen stark

Am internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zeigt das Rathaus wortwörtlich Flagge. Denn auch in der Gemeinde Isernhagen ist häusliche Gewalt immer wieder ein Thema, weiß die Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll.

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Das Rathaus und Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll zeigen Flagge gegen Gewalt an Frauen.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Es braucht oft eine Kollegin, eine Freundin, eine Nachbarin, die nicht wegschaut, sondern dabei unterstützt, eine Gewalttat anzuzeigen. Das Schamgefühl der Opfer ist oft groß: Den eigenen Mann anzeigen? Was passiert mit den Kindern? Kann „frau“ es sich leisten, ihren Mann zu verlassen? Zu oft bleibt häusliche Gewalt ungesühnt und versteckt hinter verschlossenen Türen.

Das bekräftigt Isernhagens Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll: „Auch in Isernhagen ist Gewalt an Frauen immer wieder ein Thema.“ Und auch Kindeswohlgefährdungen seien nichts, was es in einer doch als behütet geltenden Gemeinde nicht gebe. „Das kommt oft über die Kindergärten ans Tageslicht, wenn Erzieher etwas bemerken.“

Umso mehr setzt sich die Gleichstellungsbeauftragte dafür ein, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Am internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am Freitag, 25. November, geht das Rathaus plakativ vor – mit einer drei Meter langen Fahne. Gleichzeitig kann sich jeder Bürger daran beteiligen: Ab sofort liegen kostenlose Türschilder zum Mitnehmen im Rathaus aus – „Tür auf!“ oder „Frei leben!“ ist darauf zu lesen.

Viel weniger öffentlich, aber keineswegs weniger wirksam sind die Aktionen gegen Gewalt an Frauen, die die Gemeinde hinter verschlossenen Türen umsetzt: So hat sich der Präventionsrat bereits an den Schulen des Themas „Häusliche Gewalt“ angenommen. Flüchtlingsfrauen werden bald über das Angebot der Kunsttherapie einen Zugang zu dem Thema finden. In allen Unterkünften hängen Kontaktdaten zu Ansprechpartner in verschiedenen Sprachen aus. Unter dem Motto „Meine Grenzen, Deine Grenzen“ soll das Bewusstsein an den weiterführenden Schulen geschärft werden. „Kinder können nicht früh genug lernen, Nein zu sagen“, betont Weinrich-Kroll.

„Das Netzwerk kennenzulernen, ist das Wichtigste“, erklärt Weinrich-Kroll. Die Polizei sei nicht immer der richtige Ansprechpartner – und meist auch derjenige, den Frauen als letzten zu Rate ziehen. Ob das Beratungszentrum Ophelia in Langenhagen, das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der kostenlosen Telefonnummer (08 00) 0 11 60 16, das Jugendamt der Region oder das Netzwerk ProBeweis für Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben: „Ich vermittle gern weiter“, sagt Weinrich-Kroll. Sie weiß, dass das auch schwierig sein kann. „Ich hatte schon Frauen hier, die schnell von daheim weg mussten, und es gab keinen freien Platz.“ Die Forderung der Vereinigung Terre des Femmes, einen Frauenhausplatz pro 7500 Einwohner vorzuhalten, kann sie daher nur unterstützen.

Von Carina Bahl

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