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Zuschlag erfolgt bei 1,37 Millionen Euro

Isernhagen K.B. Zuschlag erfolgt bei 1,37 Millionen Euro

Großer Andrang herrschte am Donnerstag im Amtsgericht Burgwedel bei der Zwangsversteigerung von Teilen des Haghofs. Das Gebäudeensemble zwischen Dorfstraße und Villa in K.B wechselte nach einem spannenden Bieterstreit für 1,37 Millionen Euro den Besitzer.

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Zwischen Dorfstraße und der zurück versetzten Villa liegt in Isernhagen K.B. das Ensemble, das jetzt unter den Hammer kam. Die neuen Eigentümer wollen die denkmal geschützten Gebäude sanieren.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen K.B.. Weil die Stühle im Saal A 03 nicht ausreichten, musste eine Sitzbank aus dem Vorraum geholt werden. Und auch diese bot nicht allen Besuchern Platz. Den Verkehrswert des 8.100 Quadratmeter großen Grundstücks mit drei Gebäudekomplexen samt Stallungen, Scheune und Garagen bezifferte Rechtspflegerin Sylvia Sasse vor 30 Besuchern mit 1,29 Millionen Euro. Punkt 9 Uhr eröffnete die Rechtspflegerin die Zwangsversteigerung und erläuterte zunächst Allgemeines zu dem Objekt. „Sie haben jetzt mindestens eine halbe Stunde Zeit, ihre Gebote abzugeben“, verkündete die Rechtspflegerin um 9.29 Uhr.

Doch zunächst hielten die Interessenten sich mit Geboten zurück. Abwarten? Taktieren? Im Publikum herrschte ein wenig Unruhe. Zwischen den Stuhlreihen tauschten Besucher ratlose Blicke aus. Die Frage stand im Raum: Gibt es keinen Käufer? Doch schließlich, nach 15 Minuten, standen ein Mann und eine Frau, Vertreter einer Immobilienfirma, auf und gaben ihr erstes Gebot ab: 635.000 Euro. Kaum war der Betrag ausgesprochen, folgten schon die nächsten. „In welchen Schritten geht das denn mit dem Bieten?“, fragte ein Mann im Publikum. Es gebe keine Vorgaben, es durfe nur nicht die Summe des Vorgängers unterboten werden, lautete die Antwort.

Ein Bauunternehmer aus dem Raum Gifhorn warf 35.000 Euro mehr in den Topf. Dann schalteten sich Vater und Sohn ein. Gemeinsam boten sie 750 000 Euro. Weiter ging es mit 800.000 Euro. In 10 000-Euro-Schritten erreichten insgesamt fünf Bieter zügig 980.000 Euro. Dann wurde die Million-Marke geknackt. Abwechselnd boten zwei Männer mit ihren Vätern bis 1,37 Millionen.

Um 10.14 Uhr beendete Rechtspflegerin Sasse die Bietstunde mit den Worten: „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ – den Zuschlag erhielten Ismet und Teveik Tolun. Vater und Sohn aus Burgdorf sind die neuen Eigentümer des Haghof-Areals an der Dorfstraße, das rechts der Einfahrt zwischen der Straße Haghof und dem Pestalozziweg liegt.

„Wir wollen nichts abreißen, sondern die denkmalgeschützten Gebäude sanieren“, erklärte der 39-jährige Ismet Tolun, der nach eigener Aussage in der Baubranche tätig ist. Möglicherweise ziehe seine Familie auch dort ein, verriet sein 69-jähriger Vater. Aber das sei noch nicht sicher. Für nächstes oder übernächstes Jahr seien auch Neubauten geplant.

Die Vertreter des Gläubigers – der Calenberger Kreditverein – wirkten sichtlich zufrieden. „Ein Erlös über dem Verkehrswert ist erreicht worden“, sagte Vorstandsmitglied Michael Lange erfreut.

Dereinst von einem hannoverschen Ehepaar erworben, stand das Areal an der Dorfstraße nach Angaben der Gläubigerbank bereits seit Jahren unter Zwangsverwaltung. Den Antrag auf Zwangsversteigerung hatte der Kreditverein vor mehr als drei Jahren gestellt. Nun kam das Ensemble auf dem Haghof-Areal unter dem Hammer. Für die neuen Eigentümer erfüllt sich nach den Worten von Ismet Tolun ein Traum: „Ich freue mich auf die Sanierung“, sagte der 39-Jährige.

Von Katerina jarolim-vormeier

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