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Trickbetrüger am Autofenster ertappt

Isernhagen Trickbetrüger am Autofenster ertappt

Ein Mann, der zwei Frauen mit dem gleichen Trick im Dezember 2015 die Handtasche aus dem Auto stehlen wollte, ist vorerst noch einmal von einem Urteil verschont geblieben – er entwischte der Polizei, die ihn ins Gericht bringen sollte.

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Vor der Gerichtsverhandlung konnte der Dieb noch einmal fliehen. Jetzt läuft ein Haftbefehl gegen ihn.

Quelle: Symbolbild

Altwarmbüchen. Es war der klassische Trickbetrug, wie ihn die Polizei dieser Tage häufig erlebt: Auf dem Parkplatz des A-2-Centers in Altwarmbüchen klopfte ein Mann an das Fahrerfenster der Zeugin, gestikulierte und zeigte auf ihren Vorderreifen. Während dieser Ablenkung sollte der zweite Täter die Beifahrertür öffnen und die Handtasche stehlen. Das missglückte jedoch, weil die Frau offenbar etwas ahnte – und statt auszusteigen den Mann an ihrer Fahrertür anschrie, er solle ihr Auto bloß in Ruhe lassen.

Die beiden Männer ergriffen prompt die Flucht – die Frau wiederum griff zum Telefon und alarmierte die Polizei, als sie die beiden nur kurze Zeit später erneut auf dem Parkplatz entdeckte. „Die haben bestimmt Ausschau nach ihrem nächsten Opfer gehalten“, ist sie sich sicher. Und hatte recht: Während sie mit der Polizei am Telefon die Täter über den Parkplatz und quer durchs Möbelhaus verfolgte, hatten diese schon ihr nächstes Opfer ausgemacht. Die gleiche Masche folgte – und auf frischer Tat konnte die Polizei den Nordafrikaner festnehmen, der kurz zuvor die Handtasche vom Beifahrersitz des zweiten Opfers gezogen hatte. Von seinem Komplizen fehlt bis heute jede Spur – dieser hatte im Sprint die Flucht ergriffen.

Im Amtsgericht Burgwedel sollte einer der Diebe nun wegen versuchten Diebstahls verurteilt werden. Vergebens: „Er hat sich mit Bauchschmerzen kurz vorher abgemeldet“, erklärte Richter Michael Siebrecht den beiden Opfern im Gerichtssaal. Wohl nicht aus Fürsorge, denn mehr als Kontrolle ließ Siebrecht dennoch die Polizei in der Flüchtlingsunterkunft nach dem Rechten schauen, um den Angeklagten im Zweifelsfall doch noch zum Gericht zu bringen. Die Schmerzen waren beim Angeklagten dann offenbar schnell vergessen: Immerhin schaffte er es, vor der eintreffenden Polizei zu flüchten. „20 Minuten haben die Polizisten ihn ohne Erfolg gesucht“, erklärte Siebrecht. Vor der Verhandlung wird der Mann sich aber nicht dauerhaft drücken können: „Ich lasse ihn jetzt festnehmen. Nächstes Mal wird er da sein“, versprach er den beiden Frauen.

Von Carina Bahl

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