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DLRG-Retter können selbst Hilfe gebrauchen

Isernhagen DLRG-Retter können selbst Hilfe gebrauchen

Die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Isernhagen können zwar hilflos im Wasser treibenden Menschen das Leben retten. Aber um das Überleben ihrer eigenen Ortsgruppe langfristig zu sichern, sind Ideen sowie finanzielle Unterstützung dringend erforderlich.

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Das Rettungsboot gehört zum Bestand des Ortsvereines Isernhagen und kann während des Wachsdienstes auch mal für Übungszwecke genutzt werden.

Quelle: Patricia Chadde

Isernhagen. Die rot-gekleideten Rettungsschwimmer gehören in Isernhagen zum Sommer wie Hitze - und Badespaß. Letzteren sichern die Ehrenamtlichen an jedem Wochenende seit dem 15. Mai und noch bis zum 15. September, wenn sie die Badegewässer bewachen. So können die Nutzer am Altwarmbüchener See und am Hufeisensee ungefährdet schwimmen und planschen. Wobei gilt: "Erwachsene sollten auf ihre Kinder natürlich grundsätzlich selbst achten", wie Vorsitzender Lars-Eicke Brandes betont.

200 Mitglieder zählt die DLRG-Ortsgruppe Isernhagen, die neben Wache schieben auch Geräte pflegen oder Schwimmen unterrichten auf ihrer Agenda hat. Der Haken: 85 Prozent der Mitglieder sind noch zu jung, um auf der  Rettungswache Dienst schieben zu dürfen. „Und wenn unser top-ausgebildeter Nachwuchs dann endlich als Rettungsschwimmer loslegen könnte, müssen die jungen Leute intensiv für den Schulabschluss lernen oder zieht weg", schildert Dirk Bösch das Dilemma.

Sein eigener Sohn, ebenfalls Rettungsschwimmer, ist beispielsweise den ganzen Monat an der Ostsee im Einsatz. „Aktuell haben wir nur 20 eigene Mitglieder für den Wachdienst und werden deshalb von Ortsgruppen aus Hannover-Stadt und -Region sowie dem Weserbergland unterstützt“, schildert der stellvertretende Vorsitzende Mark Dehnert die Situation. An diesem Wochenende haben beispielsweise sieben Rettungsschwimmer aus Garbsen die Altwarmbüchener DLRG-Wache besetzt.

Abhilfe schaffen könnte nach Einschätzung des DLRG-Vorstandes ein eigenes Vereinsheim als Treffpunkt. Die Bootslagerhallen seien ungeheizt und eigneten sich nicht für Wartung und Pflege während des Winters. „Und das Hallenbad platzt aus allen Nähten."

Kopfschmerzen bereitet den Rettungsschwimmern zudem, möglicherweise ihre bisherigen - wenn auch nicht üppigen - Einnahmen aus den Altkleidercontainern verlieren zu können, weil der regionale Abfallentsorger Aha selbst in das lukrative Geschäft mit Alttextilien einsteigen wolle, sorgt sich Lars-Eicke Brandes. Deshalb trifft sich Isernhagens DLRG Vorstand regelmäßig, um Pläne zu schmieden. Eine große Hoffnung haben die rot gekleideten Retter: dass es kein Menschenleben kosten muss, bis die Notwendigkeit einer funktionstüchtigen Badewache "auch oben, also bei den Amtsträgern" ankommt. Ganz abgesehen davon, dass ein fester Anlaufpunkt den Ortsverein für Jugendliche noch attraktiver machen würde.

Der DLRG-Bundesverband ist schon jetzt von den besonderen Möglichkeiten am Altwarmbüchener See überzeugt und lädt deshalb für den 30. Juli  zur Internationalen  Rettunsschwimmer-Trophy dorthin ein.

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Fotostrecke Isernhagen: DLRG-Retter können selbst Hilfe gebrauchen

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Von Patricia Chadde / Katherina Jarolim-Vormeier

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