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Ratskandidatur ist für sie eine Premiere

Isernhagen Ratskandidatur ist für sie eine Premiere

Als parteilose Einzelbewerberin möchte es die Altwarmbüchenerin Ute Bobe in den Rat der Gemeinde Isernhagen schaffen. Ihr Wahlprogramm hat sie "links der Mitte" orientiert. Vor allem soziale Themen finden Bürger darin.

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Ute Bobe kandidert als Parteilose am 11. September für den Rat der Gemeinde Isernhagen.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. „Everybody’s Darling zu sein, das ist nicht mein Ding“, sagt Ute Bobe über sich selbst – und erklärt damit gleich, warum sie vor drei Jahren aus der SPD austrat, um fortan als parteilose Politikerin ihr Mandat im Ortsrat Altwarmbüchen auszufüllen. „Meiner Meinung nach ist die SPD in der großen Koalition verwässert.“

Seit 30 Jahren wohnt Bobe in Altwarmbüchen, seit 15 Jahren arbeitet sie im Ortsrat mit – die Kandidatur als Einzelbewerberin für den Rat ist für sie eine Premiere. „Ich dachte, es wird jetzt langsam einmal Zeit dafür.“ Die Idee, für die Wählergemeinschaft Bürgerstimme Isernhagen mit anzutreten, hatte ihr zwar gefallen. Dass sie nach internen Unstimmigkeiten nun aber doch allein dasteht, stört sie nicht: „Im Rat muss sich sowieso jeder eine Mehrheit suchen, um Anträge durchzusetzen“, beschreibt Bobe die Herausforderung. „So kann ich wenigstens meine eigene Ideen entwickeln und bin keinem Fraktionszwang unterworfen.“ Überhaupt sollte auf kommunaler Ebene nicht Parteipolitik im Vordergrund stehen, sondern das Thema selbst.

Welche Vorstöße Bürger von ihr erwarten können, davon hat die Altwarmbüchenerin klare Vorstellungen. „Unabhängig, sozial, bürgernah“ beschreibt sie ihr Wahlprogramm links der Mitte. Im sozialen Bereich möchte sie sich für kostenfreie Plätze in Kindertagesstätten und die Schaffung ausreichender Hortplätze einsetzen. Zudem fordert sie eine Vollzeitstelle für die Gleichstellungsbeauftragte. „Es kann nicht sein, dass sie so wenig Stunden hat, dass sie es gerade einmal schafft, ihren Schreibtisch aufzuräumen.“ Mit der Einrichtung eines Senioren- und eines Behindertenbeirates möchte Bobe erreichen, dass diesen Bevölkerungsgruppen ein ständiges Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen eingeräumt wird. Auch die Schaffung bezahlbaren, barrierefreien Wohnraums steht oben auf ihrer Agenda.

Was sie unter dem Begriff „bürgernah“ versteht, kann Bobe klar umreißen: „Ich möchte eine Transparenzsatzung für die Isernhagener Verwaltung.“ Alle Verwaltungsvorgänge, die nicht zwingend vertraulich sein müssten, sollten für die Bürger öffentlich einsehbar sein. „Das schafft auch ein Bewusstsein für die Finanzen“, ist Bobe überzeugt. „Drei teure Gutachten fürs Zentrum hätte es beispielsweise bestimmt nicht gebraucht. Aber davon weiß niemand etwas.“ Bürgernah soll Bobes Meinung nach auch die Planung für das Sanierungsgebiet Zentrum Isernhagen erfolgen. In der Debatte über die Schließung der Bothfelder Straße wie an Markttagen hat sie bereits ihre Meinung gefunden: „Die Sorgen der Gewerbetreibenden kann ich nicht verstehen: Durchfahrende Autos kaufen nichts. Das hätte nur alles besser vermittelt werden müssen.“ Viel wichtiger sind ihr ausreichend Parkplätze – auch für Menschen mit Behinderung.

Sollte Bobe ein Ratsmandat ergattern, würde sie am liebsten im Verwaltungs- sowie im Bauausschuss mitwirken. Und wie? „Streitbar und als Freund der klaren Worte.“

Von Carina Bahl

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