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Kiran macht Kinder fit für Beruf

Kirchhorst Kiran macht Kinder fit für Beruf

Seit 18 Jahren holt der Verein Kiran Kinderhaus in Nepal Waisenmädchen von der Straße und bietet ihnen eine neue Perspektive. Beim Benefizfest am kommenden Wochenende werden zwei von ihnen über das Projekt berichten. Premi und Barsha sind derzeit bei den Vereinsgründern Inge und Klaus Busch zu Gast.

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Klaus und Inge Lore Busch zeigen Kinder, die im Kiran Kinderhaus in Nepal wohnen.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Kirchhorst. Premi gehört zu den ersten Mädchen, die 1998 ins Kinderhaus einzogen. Ihr Vater war gestorben, als sie sieben Monate alt war. Ihre Mutter heiratete wieder, doch ihr neuer Mann wollte Premi nicht im Haus behalten. "Ich war froh, dass ich ins Kinderhaus kam", erinnert sich die heute 22-jährige, die mittlerweile Management für Gesundheitswesen studiert. Vier Jahre nach Premi fand auch Barsha im Kiran Kinderhaus ihr richtiges Zuhause. Ihr Vater leidet unter Asthma, Herz- und Magenschmerzen, ihre Mutter hat eine Nervenkrankheit. "Meine Eltern können nicht regelmäßig arbeiten und haben viele Schulden", berichtet die 19-Jährige. Mit sechs Jahren zog sie ins Kinderhaus – und studiert heute ebenfalls: Soziologie und Psychologie. "So ein großes Haus habe ich vorher noch nie gesehen", berichtet Barsha.

Das fast 20-jährige Engagement der Vereinsgründer, die den Vorsitz im Mai an den Burgdorfer Alexander Laube abgegeben haben, zahlt sich aus aus. Inge und Klaus Busch sind stolz auf "ihre" Mädchen und jungen Frauen. "Auch wenn sie so arm und am Rande der Gesellschaft aufwuchsen, sind sie intelligent und bringen es bis zum Studium", erklärt der 76-jährige Geo-
loge. Er und seine Frau lebten zwei Jahre lang in Nepal und gründeten danach das Kinderhaus, im dem mittlerweile mehrere Dutzend Mädchen in zwei vereinseigenen Gebäuden in Kathmandu als Großfamilie zusammenleben und individuell betreut werden.

Stolz ist das Kirchhorster Ehepaar besonders auf die guten Voraussetzungen, die der Verein den jungen Nepalesinnen aus ärmsten Verhältnissen mit auf den Lebensweg gibt: Sie sprechen fließend Englisch, kennen den Umgang mit Ausländern. "Deshalb ist ein Job zum Beispiel in internationalen Organisationen sehr gut vorstellbar", sagt die ehemalige Gymnasiallehrerin Inge Busch. Premi und Barsha studieren mit Erfolg. "Ohne Kiran wären beide nie zur Schule und Universität gegangen", sagen die Buschs, die von den beiden jungen Frauen liebevoll "Oma" und "Opa" genannt werden. "Unsere Mission ist erst erfüllt, wenn die Mädchen auf eigenen Beinen stehen und dann ihrerseits armen Kindern helfen können", sagt die 74-Jährige. Doch seine Erfolgsgeschichte könne der Verein nur weiterschreiben, wenn genügend Menschen hinter der Idee stehen.

Der Verein Kiran Kinderhaus in Nepal ist auf Spenden angewiesen, um seine Projekte umzusetzen. Einmal im Jahr generiert Kiran zudem Einnahmen aus einer Benefizveranstaltung. Am Sonnabend, 19. November, und Sonntag, 20. November, ist es wieder so weit: Jeweils von 14.30 bis etwa 18 Uhr gibt es in der Pausenhalle der Grundschule Altwarmbüchen, Bernhard-Rehkopf-Stra-
ße 11, ein buntes Programm. Ein Höhepunkt ist am Sonnabend ab 15.30 und 16.15 Uhr sowie Sonntag 15 und 16.15 Uhr der Auftritt von Barsha und Tremi, die Tänze und Lieder ihrer Heimat präsentieren. Die beiden sind gerade zu Gast bei Familie Busch in Kirchhorst. Am Sonnabend zeigen die Jüngsten der Musikschule Isernhagen und Burgwedel ihr Können (15 Uhr). An beiden Tagen tritt die Ballettschule Kirchhorst auf: Sonnabend um 15.45 und Sonntag um 15.30 Uhr. Die Besucher können an beiden Tagen Kaffee, Tee, Kuchen und Waffeln kaufen, Lose für eine Tombola erwerben und auf einem Kunsthandwerkermarkt stöbern. Dort sind Lampenschirme, Schmuck sowie in Nepal hergestellte Schals aus Bambus im Angebot. Der Erlös aus den Verkäufen kommt dem Verein zugute.

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Kleine Kostprobe: Premi und Barsha tanzen in typischen Kleidern aus Nepal bei der Benefiz-Veranstaltung in der Grundschule Altwarmbüchen.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Von Katerina jarolim-vormeier

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