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Verein zwischen Tradition und Moderne

Isernhagen H.B. Verein zwischen Tradition und Moderne

Ewiggestrige oder Mahner für Frieden und Freiheit? Die Soldatenkameradschaft Isernhagen H.B. von 1882 sieht ihre Aufgabe auch darin, Erfahrungen des Krieges weiterzugeben, insbesondere an Kinder und Jugendliche. Denn Krieg, sagt Vereinschef Herbert Bade, sei kein Spiel.

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Vereinschef Herbert Bade (rechts) gibt nach 18 Jahren seinen Posten ab, sein Stellvertreter Hagen Emme kandidiert am Freitag bei der Versammlung für den Vorsitz.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Isernhagen. Die Gründung des Vereins folgte dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Damals galt es, den Heimkehrenden zu helfen und an die Gefallenen zu erinnern. „Früher erhielten Männer Hilfe, die im Krieg waren, heute Frauen und Männer, die bei der Bundeswehr waren“, vergleicht der Vorsitzende. Zudem gelte es heutzutage, zu erinnern und Tradition, Kameradschaft und Geselligkeit zu pflegen. Auch der aktive Schießsport (Luftgewehr und Kleinkaliber), mehrtägige Fahrten, Maibaum-Aufstellen, Müllsammeln, der Schützenausmarsch, gemütliches Beisammensein, Kartenspiel und, und, und - all das mache den vor 133 Jahren gegründeten Verein aus. Auch der Shantychor, jedoch fehle den zwölf Sängern leider schon länger der Nachwuchs, bedauert der langjährige Vorsitzende.

Weil der Name Kriegerkameradschaft nicht mehr zeitgemäß war, hatte der Verein sich 1980 in Soldatenkameradschaft umbenannt. Die Mehrzahl der Mitglieder ist derzeit um die 60 Jahre alt. Die Annahme, dass die Kameradschaften langsam aussterben, ist in H.B. noch nicht angekommen. „Es treten immer wieder jüngere Leute ein, die auch nicht ehemalige Soldaten sind“, erklärt Bade. Zudem erwäge der Verein, die Satzung zu ändern, nach der bislang nur Männer Mitglieder werden können. Das passe nicht in eine Zeit, in der immer mehr Soldatinnen bei der Bundeswehr seien. Ziel sei es, den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu schaffen, sagt Bade.

Am Freitag wählt die Soldatenkameradschaft ihren kompletten Vorstand neu. Herbert Bade leitet den 95 Mitglieder starken Verein seit 18 Jahren, aber bei der morgigen Wahl steht das Isernhagener Urgestein nicht mehr zur Verfügung. „Jetzt sollen andere ran“, meint der 75-Jährige, der 1962 als Soldat bei der Flutkatastrophe in Hamburg mitgeholfen hatte. Beim Hohenhorster Treckerclub und beim Schlachtschweineverein Isernhagen behält der redselige Hüne den Chefposten aber noch.

Mit Bades Ausscheiden braucht die Soldatenkameradschaft eine neue Leitung. Bei der morgigen Jahresversammlung kandidiert Hagen Emme für den Vorsitz. Der 68-Jährige hat bislang das Amt des ersten Schriftführers innegehabt. Die Versammlung beginnt um 19 Uhr in der Begegnungsstätte in H.B. an der Burgwedeler Straße 141.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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