Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Schreiben dient dem Dialog

Isernhagen Schreiben dient dem Dialog

Ein Literaturprojekt hat jetzt die Lyrikerin Verica Trickovic aus Altwarmbüchen auf die Beine gestellt. Dazu gehören auch eine Schreibwerkstatt für Flüchtlinge in der St.-Nikolai-Gemeinde sowie eine Lesung am Freitagabend mit Stevan Tontic in der Kirchhorster Kirche.

Voriger Artikel
Energiewerke senken ihre Preise
Nächster Artikel
"Wir wollen den Verein nicht sterben lassen"

Verica Trickovic moderiert am Freitagabend die Lesung von Stevan Tontic in der Kirchhorster St.-Nikolai-Kirche.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Kirchhorst. Nach einer Drohung geht alles ganz schnell. Die Familie besorgt sich Visa. Sie klaubt alle wichtigen Dinge zusammen. Nach einer unruhigen Nacht geht es im Morgengrauen los. Die sechsköpfige Familie landet schließlich in Sachsen, in der Nähe von Chemnitz. Später finden die Libyer ein Zuhause in Hannover. Das sind die Zeilen einer jungen Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Auf dem Papier befasst sich die 20-Jährige mit ihrer und der Geschichte ihrer Familie.

Beim Schreiben hilft die Lyrikerin Verica Tricovic aus Altwarmbüchen. Sie war selbst 1998 aus Makedonien geflohen. Unter ihrer Anleitung schreiben Zuwanderer ihre Erlebnisse im Gemeinderaum der St.-Nikolai-Kirche nieder. 14 sind beim ersten Treffen dabei und erzählen über ihre persönlichen Schicksale. Sie kommen aus Syrien, Libyen und von der Elfenbeinküste. Nicht alle können bereits so gut Deutsch wie die junge Frau. Andere schreiben auf Arabisch. „Ihre Zeilen wurden dann von einem Dolmetscher übersetzt“, berichtet die Lyrikerin.

Die Literaturexpertin und Übersetzerin legt in der Schreibwerkstatt dar, wie autobiographisch geschrieben wird. Die 54-Jährige gibt Hinweise, wie das Schreiben der eigenen Geschichte gelingt, und beflügelt zum Verfassen der eigenen Lebenserinnerungen. „Aber das Wichtigste für die Teilnehmer ist, dass wir uns mit dem Schicksal jedes Einzelnen befassen und einen Dialog zwischen den Kulturen führen“, sagt Trickovic.

Die Hanns-Lilje-Stiftung fördert das Literaturprojekt. Die Initiatorin plant eine Fortsetzung und will noch andere Schriftsteller nach Kirchhorst einladen. Doch bevor das Projekt fortgeführt wird, moderiert Trickovic am Freitag, 11. März,  noch die Lesung von Stevan Tontic, der ab 20 Uhr in der St.-Nikolai-Kirche aus seinem Buch „Im Auftrag des Wortes – Texte aus dem Exil“ vorliest. Der Eintritt zu dem Abend, der unter dem Motto „Orte der Zuversicht“ steht, ist frei.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg