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Bogya will dritten Sozialarbeiter einstellen

Isernhagen Bogya will dritten Sozialarbeiter einstellen

Mit Blick auf die vielen Flüchtlinge, die in den nächsten Monaten in Isernhagen ein Zuhause finden sollen, möchte Bürgermeister Arpad Bogya seine zwei Sozialarbeiter im Rathaus mit einer weiteren Vollzeitkraft verstärken.

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Die beiden Sozialarbeiter in Isernhagen kommen an ihre Grenzen. Schon jetzt kümmern sie sich fast ausschließlich noch um Flüchtlinge. Die eigentliche Schulsozialarbeit liegt brach.

Quelle: Hitij (dpa)

Isernhagen. 174 weitere Flüchtlinge wurden der Gemeinde Isernhagen allein bis Januar angekündigt. Und weil Bürgermeister Arpad Bogya davon ausgeht, dass es noch mehr werden, sei Verstärkung erforderlich. „Es ist klar, dass wir bei diesen Zahlen für eine zusätzliche Betreuung sorgen müssen.“

Die Region habe erklärt, ihre Zuschüsse aufzustocken. Heruntergebrochen auf die Kommunen rechnet Bogya für Isernhagen mit rund 50.000 Euro mehr pro Jahr: „Davon würde ich gern eine weitere Sozialarbeiterstelle schaffen.“ Der Rat müsse diese neue Stelle aber erst genehmigen - bei der Haushaltseinbringung im Oktober wolle Bogya dies thematisieren. „Wenn der Rat zustimmt, werden wir die Stelle schnellstmöglich ausschreiben und auch besetzen.“

Diesen Vorstoß lobt die CDU. „Neben einer menschenwürdigen Unterbringung liegt der Schlüssel für eine gelungene Integration in einer problemorientierten Betreuung“, betont Helmut Lübeck. Die Überlegung, einen Migrationsbeirat einzurichten - die in seiner Fraktion aufgekommen war -, lehne die CDU inzwischen einstimmig ab. „Wir brauchen kein Gremium, das redet und nicht praktisch anfasst“, sagt Lübeck. Mit dem Helfernetzwerk werde bereits eine vorbildliche und engagierte Arbeit für Flüchtlinge in Isernhagen geleistet. Einen Bedarf für einen Migrationsbeirat sehe man daher derzeit nicht.

Eine besondere Herausforderung für die Gemeinde ist auch die Integration, Betreuung und Förderung der Flüchtlingskinder. 37 Kinder besuchen aktuell die Grundschulen in Altwarmbüchen, N.B. sowie die Haupt-, Realschule oder das Gymnasium. Eine Sprachlernklasse ist vonseiten des Landes bisher nicht genehmigt worden. „Aber das Gymnasium hat jetzt erneut einen Antrag gestellt und erstmals positive Signale bekommen“, teilt Amtsleiterin Silvia Voltmer am Mittwochabend im Schulausschuss mit.

Die Gemeinde rechne damit, bald um die 100 Flüchtlingskinder zu beschulen. „Unsere beiden Schulsozialarbeiter kommen aber an ihre Grenzen.“ Momentan werden die Kinder mangels Sprachlernklasse in sogenannten Sprachlerngruppen unterrichtet - finanziert mit dem Bildungs- und Teilhabepaket. Für jedes Kind muss regelmäßig ein Antrag gestellt werden. „Aber die Behörden sind überlastet. Unsere Sozialarbeiter laufen nur noch den Bildungsgutscheinen bei der Region und dem Jobcenter hinterher.“ Ihrer Aufgabe, für das komplette Schulleben als Sozialarbeiter dazusein, könnten sie kaum noch nachgehen. „Wir müssen überlegen, wie da künftig ein Weg für Isernhagen aussehen kann“, sagt Voltmer.

von Carina Bahl

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