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Vier Frauen wollen den Hahn

Isernhagen Vier Frauen wollen den Hahn

In den Altdörfern ist es Tradition seit 1749: Alle sieben Jahre treten die besten vier Schützen an, um den Silbernen Hahn zu gewinnen. Erstmals in der Geschichte haben sich jetzt nur Frauen für das Hahnenschießen qualifiziert.

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Um die Hahnenkette kämpfen erstmals in der Geschichte vier Frauen.

Quelle: privat

Isernhagen. Wenn am dritten August-Wochenende das Schützenfest an der Hagenstraße in Isernhagen K.B. beginnt, dann mit einem besonderen Höhepunkt: dem Hahnenschießen. Lediglich alle sieben Jahre haben die besten Schützen aus den Altdörfern die Gelegenheit, sich die begehrte Trophäe - den Silbernen Hahn - am Schießstand zu sichern.

Das erste Mal wird der Schießwettbewerb, der damals noch den Titel Bauernschießen trug, 1749 erwähnt. Die Bauern hatten zu dieser Zeit das Recht und die Pflicht, sich gegen Feinde und Räuberbanden mit der Waffe zu wehren. Alle sieben Jahre gab es in Isernhagen den Schießwettbewerb, damit jeder zeigen konnte, wie gut er mit der Waffe vertraut war. Von einem späteren Bauernschießen anno 1856 zeugt heute noch eine alte Fahne in den hannoverschen Farben Weiß und Gelb und der Aufschrift „Vivat F.B.“.

Details zur besonderen Pracht des Festes lassen sich in der Chronik aus dem Jahr 1902 nachlesen: Berechtigt zum Schießen sollten zunächst nur die Hofbesitzer sein, also keine Pächter. Diese Bestimmung wurde später geändert, sodass von jedem zusammenhängenden Hof je ein Mann zugelassen wurde. Der Anzug des Schützen musste aus „dunklem Zeug“ sein, ein „hoher Hut“ - also Zylinder - und weiße Handschuhe waren unerlässlich. Da die Schützen früher keine Uniformen trugen, wurden für alle Gemeinden besondere Laubabzeichen festgelegt, die am Zylinder getragen werden mussten. Die Hohenhorster schmückten sich mit Tannenlaub, die Niederhägener mit Flieder oder Buchenlaub. Das Abzeichen der Kircher Schützen war Eichenlaub, die Farster griffen zu Rosenlaub.

Jeder dazu Berechtigte schoss dreimal auf eine Scheibe mit zwölf Ringen und einem 13. Ring im Zentrum. Der beste Schütze jeder Gemeinde bekam 100 Mark ausgezahlt. Der Gesamtsieger des Bauernschießens erhielt obendrauf aus der Gesamtkasse eine Prämie von 60 Mark und nochmals 25 Mark von seiner Gemeinde. Später wurde beschlossen, dass die Prämie nicht in bar, sondern in Gestalt eines Ehrengeschenks überreicht werden sollte - dem Silbernen Hahn samt Kette.

Während der zwei Weltkriege ruhte der Brauch - und wurde nach 50 Jahren Pause 1959 von den vier Isernhagener Schützenvereinen wieder aufgegriffen. Sie gaben dem Wettkampf den Namen Hahnenschießen und lockerten die Regeln zeitgemäß: Nun durften auch Frauen zum Schießen antreten.

Und das haben sie jetzt davon: Mit Fabia Ottermann (F.B.), Bianca Klages (H.B.), Kathrin Wölki (K.B.) und Rabea Jäger (N.B.) haben sich 2015 erstmals nur Frauen für das Hahnenschießen qualifiziert. Sie tragen am 15. August ab 10 Uhr mit jeweils fünf Schüssen unter sich aus, wer die Hahnenwürde bis 2022 innehaben wird.

Isernhagens Königsfamilien stehen fest

Die Majestäten der vier Altdörfer stehen fest. Folgende Schützen werden beim Fest von Sonnabend, 15. August, bis Montag, 17. August, proklamiert:

Farster Bauerschaft: Schützenkönig ist in diesem Jahr Herbert Bauer, an seine königliche Seite tritt Irene Brähler. Die Jugendkönigin heißt Sophia Brümann, Lichtpunktkönig wurde Louis Schnehage und Kleinkaliberkönig Gerhard Möbius. Unter den Bürgern gewann Gabor Kissro, der sogenannte König der Könige in F.B. ist Hans-Peter Mahrholdt.

Kircher Bauerschaft: Die Würde des Schützenkönigs erschoss sich Wolfgang Rasch, beste Dame wurde Marion Dietrich. Bei den Kindern siegte Lieneke Dusche, am Lichtpunktgewehr überzeugte Hanna-Sophie Röhling, und K.B.s Bürgerkönigin heißt Melanie Wildenhof.

Niederhägener Bauerschaft: Schützenkönig ist Michael Graeber, Schützenkönigin Ricarda Franz und Schülerkönig Robin Laske. Jugendkönigin darf sich in diesem Jahr Rebecca Franz nennen, Jugendkönigin am Bogen wurde Kathrin Stürmer. F.B.s Adlerkönigin heißt Margarethe Ratajczak, bei den Bürgern schoss am besten Johanna Bogenstahl.

Hohenhorster Bauerschaft: Mit Ralf Auras schoss sich der Schützenchef zum Schützenkönig. Bärbel Stark ist die diesjährige Schützenkönigin. Die Juniorenkönigin heißt Melanie Auras, der Schülerkönig Patrick Schaser. Am Lichtpunktgewehr überzeugte Nick Klindworth, mit dem Kleinkaliber Karl-Heinz Reschke und Bianca Klages. Die Scheibe des Bürgerkönigs wird am Haus von Josef Schirottke angenagelt werden.

Neben den klassischen Schützenwürden werden auch noch zahlreiche Ketten, Pokale und Gemeindetitel während des Festes proklamiert. So geht beispielsweise der Bürgerpokal der Gemeinde, der unter allen Isernhagenern ausgeschossen wurde, in diesem Jahr an Gerda Gehrmann.

Von Carina Bahl

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