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Vorhang fällt nach 67 Jahren

Stelle Vorhang fällt nach 67 Jahren

67 Jahre lang hatten die Bretter, die die Welt bedeuten, für die Laienspieler Stelle im Gasthaus Zum Maikäfer gelegen. Doch damit ist jetzt Schluss.

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Hugo Berkelmann und Gabriele Kiekbusch schrauben den Laienspieler-Schriftzug von der Wand des Maikäfer.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. „Das ist also das Ende“: Mit Resignation in der Stimme steigt Hugo Berkelmann die Leiter empor und setzt den Schraubendreher an. Vier Schrauben später ist der Schriftzug über der Bühne verschwunden: „Laienspielgruppe Stelle von 1948“ prangte dort in großen Lettern, und eben jene Laienspieler gehörten seit der Nachkriegszeit mit ein bis zwei Stücken pro Jahr zum Maikäfer wie das Schnitzel und das frisch Gezapfte.

Doch Ende des Monats endet der Pachtvertrag der Wirtsleute Beata und Mieczyslow Marczynski, das 1922 eröffnete Gasthaus schließt. Am 23. Dezember ist letzter regulärer Öffnungstag, dann folgen noch zwei Tage lang vereinbarte Feiern. Die letzten Tage des Jahres werden die Wirtsleute dann ausräumen, was sich über die Jahre angesammelt hat.

Mit ihrem Teil haben die Laienspieler bereits begonnen. Die Stühle sind schon verschwunden, die Beleuchtung, der Schriftzug sowieso, und auch der große Schrank, der im nur etwa zehn Quadratmeter kleinen Raum neben der Bühne die Requisiten wie Geschirr und Gläser beherbergte. Mit bis zu 15 Leuten habe man dort während der Vorstellungen ausgeharrt, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Berkelmann - „und als Umkleide diente uns der Bühneneingang auch noch“.

Hinterm Maikäfer war die Laienspielgruppe gegründet worden, als der Saal noch nicht Saal, sondern Scheune war und für ein Stück auch mal ein Segelboot auf einem Anhänger als bewegtes Bühnenbild am offenen Scheunentor hin- und hergeschoben wurde. „In den ersten Jahren haben wir die Bühne für unsere Aufführungen immer noch hereingetragen“, erinnert sich Berkelmann, der selbst 1959 als damals 13-Jähriger zum ersten Mal auf der Bühne gestanden hatte. An diese Zeit erinnert heute noch der längst antiquierte Dimmer für die Bühnenbeleuchtung.

Diese Bühne muss Mitte des Monats weichen, das hölzerne Stück Dorfgeschichte wird in einer schnöden Garage eingelagert. Geprobt wird zunächst in der Begegnungsstätte. Und wo wird im nächsten April gespielt? Das müssen die nächsten Monate zeigen.

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