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"Uns wird es nicht langweilig“

Altwarmbüchen "Uns wird es nicht langweilig“

Während der Wintermonate herrscht in der vereinseigenen Bootswerft des WSV Altwarmbüchen regelrecht Hochkonjunktur: Bootswart Michael Kokott und Materialwart Jörn Homann haben dann alle Hände voll zu tun.

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Die "Moorhexe" in der Werft: Jörn Homann restauriert die Holzverstrebungen des 20 Jahre alten Ruderboots.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Altwarmbüchen. Bei den anhaltenden Frosttemperaturen sind die Freiluftaktivitäten beim Wassersportverein Altwarmbüchen weitgehend zum Erliegen gekommen. Die WSV-Ruderer trainieren stattdessen auf dem Trockenen, steigern am Ruder-Ergometer ihre Ausdauer. Die Pflege und Reparatur der Boote gehört aber ebenfalls zum Vereinsleben, und während der Wintermonate herrscht in der vereinseigenen Bootswerft regelrecht Hochkonjunktur: Bootswart Michael Kokott und Materialwart Jörn Homann haben dann alle Hände voll zu tun.
In der Werft riecht es streng nach Bootslack. Gerade haben der 46-jährige Kokott und sein 66-jähriger Mitstreiter Homann das Vierer-Ruderboot mit dem Namen „Moorhexe“ komplett entkernt. Alle Teile aus Mahagoni und Kiefer haben sie ausgebaut, danach die Holzteile abgeschliffen und mit einem strapazierfähigen, glänzenden Klarlack neu gestrichen. „Außerdem mussten wir ein Stück Holz am Bug auswechseln, weil es schon ganz mürbe war“, erzählt Jörn Homann – bei einem 20 Jahre alten Boot aber wohl auch kein Wunder. Das sei schon sehr kniffelig gewesen, sagt der Rentner.

Insgesamt dauert die Reparatur der „Moorhexe“ drei bis vier Wochen. Allerdings sind die beiden Hobby-Ruderer nicht jeden Tag in der Werft. „Manchmal müssen Teile auch längere Zeit trocknen“, erläutert Homann. Dafür hält das 11,50 Meter lange und 85 Zentimeter breite Boot dann auch weitere zehn Jahre. Und Geld spart der Verein so auch: Pro Ruderplatz rechnen Kokott und Homann mit etwa 60 Euro Materialkosten – die beweglichen Schienen samt Rädern werden neu angeschafft. Das wären bei der „Moorhexe“ mit vier Plätzen also insgesamt 240 Euro. „Würden wir die Arbeit bei einer Firma in Auftrag geben, müssten wir rund 1000 Euro bezahlen“, schätzt Kokott. Und gründlicher fiele die Arbeit dann auch nicht aus.

Der Posaunist an der Staatsoper tüftelt seit drei Jahren an den Ruderbooten des WSV. Dabei hat er bei Homann vieles abgeguckt. Denn der ist Maschinenbau-Ingenieur und kennt sich aus. Bereits zwei Jahrzehnte repariert der Materialwart die Boote und flickt Löcher. „Man muss schon ein Faible fürs Tüfteln haben“, sagt Homann. Beide haben sich vorgenommen, die fünf und zehn Jahre jüngeren Schwesternboote der „Moorhexe“ auch noch in diesem Jahr zu restaurieren. „Dann sind wir mit diesem Bootstyp fertig“, sagt Kokott.

90 aktive Ruderer gehören dem Altwarmbüchener Verein an, mancher legt mehr als 1000 Kilometer pro Jahr im Boot zurück. Die Erwachsenen rudern zum Spaß und für die Fitness, sie nehmen an sogenannten Wander-Ruderrennen auf der Ihme, Leine oder Hamburger Alster teil. Fahrten auf Seen und Flüssen führen sie bis nach Österreich.
Ernster betreiben 25 Kinder und Jugendliche des WSV den Ausdauersport. Sie nehmen – dann in modernen Kunststoffbooten – landesweit an Wettkämpfen teil. „Die Mädchen und Jungen kennen sich mit der Technik bestens aus“, lobt Kokott. Für den Transport müssten sie die Ausleger und Stemmbretter ständig an- und abbauen. Der Umgang mit Werkzeug sei den Mädchen und Jungen deshalb sehr vertraut. Auch wenn die Trainer den Kindern und Jugendlichen einen vorsichtigen Umgang mit der Ausrüstung beibrächten: Ob auf dem Wasser oder beim Verladen, ein Loch ist schnell im Boot. „Uns wird es nicht langweilig“, sagt Kokott.

Anmeldungen zu den Schupperkursen im Mai sind unter rudernwsv@gmail.com möglich.

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Von Katerina jarolim-vormeier

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