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Wähler reden lieber als zu posten

Isernhagen Wähler reden lieber als zu posten

Im Juni haben Isernhagens Grüne ihr Wahlprogramm als Entwurf im Internet zur Diskussion gestellt. Doch die Wähler reden offenbar lieber mit den Politikern, als dass sie im Internet Texte schreiben. Es habe "nahezu keine schriftliche Rückmeldung" gegeben. Dennoch hätten sie viel Feedback bekommen.

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Felix Schünemann (von links), Carmen Merkel und Siegfried Lemke sind mit der Resonanz zufrieden.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. Demonstrativ früh – 15 Monate vor der Kommunalwahl im September 2016 – hatten Isernhagens Grüne im Juni den Entwurf eines Wahlprogramms ins Netz gestellt und aufgefordert, das Ganze online zu kommentieren. Obwohl es „nahezu keine schriftliche Rückmeldung“ gab, ist Parteimitglied Felix Schünemann nicht unzufrieden: Die offensive Wählerbeteiligung sei nicht ins Leere gelaufen. „Wir hatten sehr viel Feedback in sehr vielen Gesprächen.“

Einiges daraus findet sich im Flyer wieder, mit dessen Verteilung die Partei in Kürze beginnen will, ohne inhaltliche Diskussionen schon abzuschließen. „Natürlich werden wir noch weitere Themen aufgreifen“, sagt Carmen Merkel von den Grünen.

Lebendiges, nachhaltiges, innovatives Isernhagen - so sind im „Zukunftsprogramm“ die Kapitel überschrieben. Der Ausbau der Hortbetreuung und flexiblere Betreuungszeiten werden reklamiert - und in der Online-Langfassung ein flächendeckendes Angebot Offener Ganztagsgrundschulen. Dass im Entwurf die Perspektive der Erzieherinnen außer Acht gelassen worden war, darauf wurden die Grünen von Betroffenen aufmerksam gemacht. Für viele Fachkräfte seien nur volle Stellen wirklich attraktiv, weiß Merkel jetzt.

Dass die Grünen intern witzeln, Isernhagens eigentliche Konservative zu sein, liegt daran, dass sie sich stark dafür machen, den ländlichen Charakter der Dörfer unbedingt zu bewahren. Dafür habe man viel Zuspruch bekommen, berichtet Schünemann. „Freiräume sind Potenziale. Sie zu verbauen, ist nicht nachhaltig“, sagt er. Eine weitere Idee ist, Gewerbegrundstücke in Erbpacht zu vergeben, um langfristig die Gestaltungshoheit zu behalten.

Zu dieser geforderten Langzeitperspektive passt die Forderung nach einem Leitbild für die Gemeinde. Gleichzeitig ist aus Sicht der Grünen in Verwaltungsdingen mehr Transparenz fällig - bis hin zu einer Smartphone-App für Anregungen und Beschwerden. Bislang mache die Kommune vieles erst publik, wenn es nur noch um eine Legitimierung gehe.

Kein Grünen-Programm ohne Energie-Kapitel: Energie-Genossenschaften in Bürgerhand würde die Partei gern zusammen mit den Energiewerken Isernhagen in Angriff nehmen. „Wir sollten mit kleinen Anlagen vor Ort beginnen. Die Leute sind mit kleinen Profiten zufrieden“, ist Grünen-Urgestein Siegfried Lemke überzeugt. Dezentrale Strukturen seien langfristig stabiler, und das Bürgergeld bleibe in der Gemeinde.

Die Programmdiskussion solle öffentlich weitergeführt werden, kündigt Schünemann an - als nächstes bei einer Parteiversammlung in H.B. im Dezember.

von Martin Lauber

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