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Blues als Lebenselixier und Trost

Isernhagen Blues als Lebenselixier und Trost

In die Sommerpause ging es am Dienstagabend mit einer wieder auferstandenen Musiker-Legende: Woodstock-Veteran Walter Trout spielte, feierte und begeisterte mit seinem „Alive“-Konzert in der ausverkauften Blues Garage.

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Blueslegende Walter Trout packt sein Publikum mit Titeln wie „Say Goodbye To The Blues“.

Quelle: Patricia Chadde

Isernhagen H.B.. Margitta Arndt (61) kannte Isernhagens Blues Garage gar nicht. Zum Walter- Trout-Konzert kam sie aus Stöcken und war von der Atmosphäre gleich "angenehm überrascht". Ausverkauftes Haus konnte Veranstalter Henry Gellrich von der Blues Garage melden.

In den letzten 17 Jahren spielte sein Freund Trout, einer der besten Bluesgitarristen der Welt, bestimmt zehn Mal auf der kleinen Bühne. Doch der Auftritt am Dienstagabend war für alle Blues-Fans ein besonderes Geschenk. "I’am Back" rocken Trout - und Band und die Fans schwanken zwischen Tränen und Euphorie. Denn mit diesem Liveauftritt hatte eigentlich keiner mehr gerechnet,  da Trout als unheilbar krank galt. Im Mai 2015 konnte ihm eine Lebertransplantation das Leben retten, sogar Fans hatten für die kostspielige OP in Nebraska Spenden gesammelt.

So heißt das musikalische Ergebnis von der  Wiederauferstehung des Bluesgitarristen "Alive in Amsterdam". Dienstagabend, also drei Wochen nach Erscheinen, stellen Trout und Band den Fans das Album persönlich vor. Denn für Walter Trout ist die Musik Lebenselixier und Trost zugleich und das hat er mit seinen Fans gemeinsam: "Ich habe gerade den Krebs besiegt", freut sich Margitta Arndt und gönnt sich ein Glas Sekt, während die Band eine berührendes "Marie’s Mood" hinlegt. Auch Witwer Achim Behrendt weiß, wie sich Verlust anfühlt.  Da hilft dem Stadthagener der Blues, den er jetzt gemeinsam mit  Christel Büchner genießt. Bei "The love that wie once knew" sagt keiner etwas. Wenn Walter Trout zur Gitarre greift, dann ist die Welt irgendwie wieder in Ordnung.

Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Dramen, seinen Schmerz, aber auch seine Erinnerungen mitgebracht. Schließlich haben Bluesfans schon eine Menge miteinander erlebt. So wird das Tribute für BB King nicht einfach gespielt, sondern erst mal wird erzählt. „Ich habe BB King mit 17 getroffen und durfte eine Stunde mit ihm reden – ich werde ihm immer dankbar sein“, erzählt Trout von einer faszinierenden Begegnung, die in der Hommage "Say goodbye tot he Blues" für alle hörbar nachhallt. Volker Massolés kam sogar mit einer ganzen Filmcrew zum Konzert nach Isernhagen.

"Ich kenne Walter Trout seit seinem 18. Lebensjahr, habe ihn in Woodstock und oft mit Canned Heat gehört", berichtete der Gelsenkirchener, dessen facettenreiche Biografie, zu der auch Musiklegenden wie die Beatles zählen, derzeit auf Film gebannt wird. Der geplante Titel: "Never Trust The Yuppie Sound“. Neben ihm sitzt ein Mann vor der Blues Garage, der "nur" 70 Kilometer für Walter Trout und Band gefahren ist, aber  beschlossen hat, dass dies sein letztes Konzert  in der Isernhagener Bluesgarage sein wird. "Der Gig ist super. Aber die haben einfach zu viele Karten verkauft", kritisiert der Gifhorner die drängende Enge im Innenraum.

Auch Ralf Mensing aus Bremen und Kumpel Jörg Buck lauschen den Klängen lieber von draußen. Aber "für Walter Trout wäre ich selbst mit dem Fahrrad hergekommen", so Mensing, der sich vor Jahren schon seine RBC-Gitarre von der Blueslegende signieren ließ.  "Jetzt kommt Trouts Sohn auf die Bühne“, heißt es draußen. Ein Grund, sich doch schnell mal in die drängende Enge zu schieben, um ein unvergleichliches "Rock Me Baby" zu erleben.

Das Programm im Herbst

Der Song „In the Summertime“ von der britischen Band Mungo Jerry ist eines dieser Lieder, bei denen das Radio lauter gedreht wird, die trotz Regen für Sommerlaune sorgen und die für Generationen der Inbegriff eines Sommerhits sind. In den Siebzigerjahren wurde der Song millionenfach verkauft, brachte den Musikern um Frontmann Ray Dorset den großen Durchbruch. Am Freitag, 21. Oktober, kommt die Erfolgsband mit ihrer einmaligen Mischung aus Rock, Blues, Boogie und Skiffle in die Blues Garage. Die Karten kosten im Vorverkauf 30 Euro und an der Abendkasse 35 Euro.

Eine Größe des Blues ist auch der britische Musiker Chris Farlowe, der am Freitag, 16. September, in der Blues Garage spielt. Mit dem von Mick Jagger produzierten Rolling-Stones-Song „Out of Time“ erregte der heute 76-Jährige erstmals Mitte der Sechzigerjahre die Aufmerksamkeit der Musikwelt und wurde zu einem der wichtigsten Blues- und Soulsänger dieser Zeit. Ab Herbst 2016 tourt er wieder mit der Norman Beaker Band durch Deutschland und Österreich. Weitere große Konzerte in der Blues Garage: Voodoo Lounge (10. September), Popa Chubby (29. Oktober) und Larry Garner (26. November).

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Von PATRICIA CHADDE

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