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Wer hat den Unfallwagen gegen die Leitplanke gelenkt?

Kirchhorst/Burgwedel Wer hat den Unfallwagen gegen die Leitplanke gelenkt?

Wer saß am Steuer? Um diese Frage drehte sich ein Prozess wegen Trunkenheit im Verkehr und Unfallflucht gegen einen 63-Jährigen am Amtsgericht Burgwedel.

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Kurioser Prozess am Amtsgericht Burgwedel wegen Trunkenheit im Verkehr und Unfallflucht: Ein 63-Jähriger muss 1650 Euro Strafe zahlen, weil die Polizei ihn mit 1,2 Promille Alkohol im Blut erwischte und durch seinen Wagen eine Leitplanke beschädigt worden ist. Der Angeklagte will aber gar nicht gefahren sein.

Quelle: dpa

Kirchhorst/Burgwedel. Am Ende gab es eine gute und eine schlechte Nachricht für den Angeklagten: Er muss 1650 Euro Strafe zahlen, aber bekommt seinen Führerschein zurück. Dieser war eingezogen worden, weil der 63-Jährige mit seinem Wagen auf der Autobahn 7 nahe des Autobahnkreuzes Kirchhorst in eine Leitplanke gefahren sein soll - mit rund 1,2 Promille Alkohol im Blut.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe und tischte dem Gericht eine abenteuerlich klingende Geschichte auf. An besagtem Tag im April habe er in der Markthalle in Hannover tatsächlich einige Gläser Wein getrunken. Weil er seinen Führerschein, der Grundlage seiner beruflichen Existenz ist, aber eben nicht verlieren wolle, habe er einen Fahrer gesucht. Deshalb habe er einem Bekannten 50 Euro dafür geboten, dass dieser ihn zu seiner Geliebten in den Landkreis Celle bringe. Der Kumpel habe eingewilligt, dessen Frau sei aber nicht einverstanden gewesen. Dieses Gespräch habe wiederum ein anderer Mann mitbekommen - der große Unbekannte, der sich stattdessen als Fahrer angeboten habe. Die Beteiligten - so berichtete es der Angeklagte - einigten sich über den Preis und fuhren los.

Kurz vor der Ausfahrt zur A 37 ereignete sich dann der Unfall. Der Unbekannte - der sich nur mit seinem Spitznamen „Giovanni“ vorgestellt habe - sei es gewesen, der gegen die Leitplanke gefahren sei. Diese sowie das Auto des Angeklagten wurden erheblich beschädigt. Der 63-Jährige wurde wenig später von einer Polizeistreife aufgegriffen, die zufällig in der Nähe war. In der Zwischenzeit soll sich der eigentliche Unfallverursacher unbemerkt aus dem Staub gemacht haben.

Der als Zeuge geladene Bekannte des Angeklagten bestätigte, dass dieser nicht selbst gefahren sei. „Giovannis“ Identität konnte aber auch er nicht aufklären.

Richter Michael Siebrecht ließ durchblicken, dass er an dieser Version des Geschehens zweifelt. In Absprache mit der Staatsanwältin und dem Verteidiger fand er aber die Lösung, die dem Angeklagten seinen Führerschein zurückbrachte, auf den er acht Monate hatte verzichten müssen.

Von Gerko Naumann

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