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Wer zahlt künftig für den Treff?

Lohne Wer zahlt künftig für den Treff?

Dem Lohner Treff droht das Aus: Ohne mehr Geld von der Gemeinde sieht sich die Arbeiterwohlfahrt außerstande, das Angebot aufrechtzuerhalten. Momentan sind es jährlich 825 Euro, künftig möchte die AWO 3300 Euro bekommen.

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5000 Euro kostet der Unterhalt des Lohner Treffs pro Jahr.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. „Trotz unseres Interesses am Fortbestand: Wir können nicht dauerhaft auf einem Minus sitzen bleiben.“ Adalbert Mauerhof, Fachbereichsleiter für Verbandsarbeit der AWO Region Hannover, wird deutlich, wenn es um den Lohner Treff geht. Im schlimmsten Fall müsse man das Haus aufgeben und das Grundstück verkaufen. „Schließen kann man so ein Haus nur einmal“, warnt Ortsbürgermeisterin Maren Becker.

Vor mehr als 30 Jahren war der ehemalige Geschäftsstellen-Container der Sparkasse Neuwarmbüchen in die Gartenstadt Lohne umgestellt worden, hatte seitdem viele Gruppen beherbergt. Doch die Jahrzehnte sind nicht spurlos an dem Schlichtbau vorbeigegangen. Die Dämmung ist dünn, die Heizung ewiger Kritikpunkt, sodass auch der Ortsrat im Winter einen Bogen ums Haus macht. Charme hatte der Zweckbau nie versprüht, und längst kann die AWO auch das Grundstück nicht mehr so in Schuss halten, wie es sein sollte.

Zu Höchstzeiten habe der Ortsverein Neuwarmbüchen 40 Mitglieder gehabt, heute seien es noch 25, sagt Kassiererin Elisabeth Gruchot. Entsprechend gering seien die Mitgliedsbeiträge. „Dabei kostet das Haus einen Haufen Geld“, sagt sie. 5000 Euro jährlich müsse die AWO für Heizung, Wasser, Strom, Reinigung und Versicherung aufbringen. Auf der Einnahmenseite stehen neben Gemeindezuschuss und Mitgliedsbeiträgen Erlöse aus Vermietungen an regelmäßige Nutzer. Man habe es mit Erhöhungen versucht, aber dann seien einige abgesprungen, sagt die Ortsvereinsvorsitzende Christiane Schreiber. Dazu zählt die Frühstücksgruppe, die nach 29 Jahren im Lohner Treff ins Haus der Begegnung nach Neuwarmbüchen gewechselt ist. Geblieben sind lediglich Gruppen für Rückengymnastik, Yoga und musikalische Früherziehung sowie das monatliche Seniorentreffen.

Erschwert wird die finanzielle Situation dadurch, dass die AWO den Treff nicht mehr für Privatfeiern vermietet, was bis 2014 viel Geld in die Kasse gespült hatte. Meist waren es Jugendliche, die dort gefeiert hatten, wobei sich mancher danebenbenahm. „Das gab Riesentheater mit den Nachbarn“, sagt Gruchot. Anwohner berichteten von Lärm und Zerstörungen. Die Kassiererin hatte zuletzt jahrelang das Defizit sogar aus eigener Tasche ausgeglichen. „Das mach’ ich aber definitiv nicht mehr“, sagt Gruchot.

AWO und Gemeinde wollen jetzt einen Ausweg suchen, eventuell mit dem Ortsrat alle Lohner anschreiben und nach neuen Nutzern suchen. Vielleicht mache der Generationswechsel in Lohne neue Mutter-Kind-Gruppen möglich, hofft Mauerhof. „Das wollen wir jetzt ausloten.“ Im November soll sich der Ortsrat mit dem Treff befassen. „Bis Jahresende muss eine Perspektive da sein“, sagt Mauerhof.

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