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Wie soll sich Kirchhorst entwickeln?

Kirchhorst Wie soll sich Kirchhorst entwickeln?

Braucht Kirchhorst einen Dorfentwicklungsplan? Der Ortsrat will sich Anfang September zunächst bei einer Klausur mit dem Thema befassen.

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Spannende, aber auch konfliktträchtige Gemengelage: In Kirchhorst finden sich Gewerbegebiete, Neubaugebiete, landwirtschaftliche Flächen und Naturidylle wie der Kirchhorster See teilweise in direkter Nachbarschaft - was sich nach Meinung vieler nicht immer miteinander verträgt.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. „Das Problem in Kirchhorst ist, dass der Ort mit zu vielen unterschiedlichen Dingen konfrontiert wird“, sagt Herbert Löffler - und sieht den Ortsteil in einer „Sandwich-Position“: „Man möchte Wohnort für junge Familien sein und schafft Baugebiete. Man möchte Unternehmen ansiedeln und wandelt viel Fläche in Gewerbegebiete um. Man möchte Naherholung haben und schafft am Idyll Kirchhorster See ein Hotel. Und dann möchte man auch weiter das Dorf sein, in dem es Landwirtschaft gibt.“

Löffler ist SPD-Ratsherr und sitzt mit beratender Stimme im Ortsrat Kirchhorst. Er möchte die Idee des Dorfentwicklungsplans aber ausdrücklich als überparteiliches Projekt gemeinsam mit den Einwohnern verstanden wissen. Hunderte Einwohner hätten seit dem Dorfentwicklungsplan 1983 in Kirchhorst ihren neuen Wohnort gefunden. „Jetzt, da sie da sind, sollten sie auch an der Weiterentwicklung des Ortes aktiv beteiligt werden und ihre Vorstellungen einbringen können.“

Dass sich Kirchhorst in den zurückliegenden Jahren stark verändert hat sieht auch Ortsbürgermeisterin Renate Vogelgesang (CDU) so: „Hier ist unglaublich viel passiert, und es wird noch viel passieren - da macht es Sinn, sich Gedanken zu machen.“

Löffler schweben Arbeitsgruppen vor, in denen sich interessierte Einwohner gemeinsam mit Politikern und Fachleuten der Verwaltung über Themen wie beispielsweise Natur und Landnutzung, Verkehr und Infrastruktur, Dorfbild und Wohnen oder Freizeit und Erholung Gedanken machen. Der Ist-Zustand und die absehbare Entwicklung würden der im Prozess zu formulierenden Zielsetzung gegenübergestellt - und gleichzeitig alle Teilbereiche untereinander abgestimmt und koordiniert werden. Als Zeitrahmen setzt Löffler zwei Jahre an - ähnlich wie beim Dorfentwicklungsplan 1983. Voraussichtlich im Jahr 2017, so die Idee, könnten der Kirchhorster Ortsrat und der Rat der Gemeinde Isernhagen dann beschließen, das Leitbild als Entscheidungshilfe bei der Weiterentwicklung der Ortschaft Kirchhorst zu berücksichtigen. Abgeschlossen sein soll das Projekt damit aber nicht: Löffler sieht den Dorfentwicklungsplan vielmehr als Orientierungsrahmen, der nicht außer Acht gelassen, wohl aber konkretisiert und aufgrund neuer Erkenntnisse und Einschätzungen bewusst weiterentwickelt und fortgeschrieben werden kann.

Kommentar

Kirchhorst bietet mit seinen großen Gewerbegebieten, den in den vergangenen Jahren entstandenen Siedlungsflächen, der teilweise noch vorhandenen Landwirtschaft und den mannigfaltigen Ideen für den Kirchhorster See unbestritten Potenzial für einen Dorfentwicklungsplan. Demnächst könnten der Fluglärm und möglicherweise die ungeliebte Hochspannungstrasse Südlink für zusätzliche Konflikte sorgen. Wichtig in so einem Prozess sind aber klare Zielvorgaben und der Wille, das gemeinsam mit den Bürgern erarbeitete Werk anschließend auch anzuwenden. Denn sonst droht lediglich eine oft bemühte Floskel wahr zu werden: „Und wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe halt ’nen Arbeitskreis“.

Von Frank Walter

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