Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Wo Isernhagen alt und schön ist

Isernhagen Wo Isernhagen alt und schön ist

Was kann, was soll eine Satzung regeln, um den historischen Charakter der vier Isernhagener Bauerschaften zu bewahren? Im Ortsrat H.B. wurde deutlich: Die Beantwortung dieser Frage gleicht der Quadratur des Kreises.

Voriger Artikel
Die Überflieger aus Isernhagen
Nächster Artikel
Gemeinde bietet Aktionstage für Kinder

Sehenswerte historische Häuser finden sich aus Sicht von Stadtplaner Harald Meyer beispielsweise am Ortseingang aus Richtung Isernhagen-Süd.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Welche Bäume sind prägend für die Bauerschaften? Nur Linden oder auch Eichen? Oder sollte man „standorttypische Laubbäume“ festschreiben? Sind für Fassaden nur Backsteine und Holz erwünscht, oder darf es alles außer Metall sein? In der Diskussion im Ortsrat H.B., der sich am Dienstagabend als erstes politisches Gremium mit den Plänen für eine Gestaltungssatzung befasste, wurde deutlich, was Gemeindeplaner Benjamin von Ahlen bereits vorausgeschickt hatte: Gestaltung ist Geschmackssache, schlicht subjektiv geprägt.

Zu scharf, das schob der Fachmann ebenfalls voraus, sollte man die Vorgaben nicht formulieren - wenn sich die Menschen das Bauen in Isernhagen nicht mehr leisten könnten, sei das für die Ortschaften nicht zuträglich. Zu schwammig dürfe man in den Formulierungen aber auch nicht bleiben - sonst drohe, dass Gerichte die Satzung kassierten. Wobei der Plural „Satzungen“ eigentlich richtiger wäre: Denn sowohl Gemeindemitarbeiter von Ahlen als auch Stadtplaner Harald Meyer vom beauftragten Planungsbüro Stadtlandschaft sind überzeugt, dass nur eine Gestaltungssatzung für die vier Bauerschaften keinen Sinn mache - dafür sei die Situation in den Ortsteilen zu unterschiedlich.

Eben jene Situation hatte das Planungsbüro gesichtet und zu einer Bestandsanalyse zusammengeführt. In seinem Vortrag ging Meyer auf die Risiken ein, zeigte Fotos von verfallenden Fachwerkhäusern, modernistischen Gestaltungen („so was würde man eher am Gardasee vermuten“) und wies auf Carports hin, die mit der Rückwand Grundstücke zur stark befahrenen Ortsdurchfahrt hin abriegeln. Liebevoll bewahrte historische Hofensemble wie am Riethof, Mauern und Hecken, Vorgärten und Grünstreifen, die den Blick in die Landschaft erlaubten, seien hingegen klare Pluspunkte. Einig waren sich Fachleute und Politiker in H.B., dass es nicht darum gehen könne, auch noch zu regeln, „wie das siebte Haus links in der Seitenstraße“ aussehen solle: Die Gestaltungssatzung, deren Entwurf 2016 in den Ortsrat zurückkehrt, soll eine Bautiefe beiderseits der Ortsdurchfahrt gelten.

H.B. soll weiter wachsen

Ein Großteil des künftigen Bedarfs an Wohnbauland in der Gemeinde wird ohnehin in H.B. gedeckt werden. Die Erweiterungsfläche des Haselhöfer Vorfelds zählt genauso dazu wie zwei große Grundstücke an der Bahnhofstraße – die Areale der ehemaligen Färberei Bode und des Sägewerks Ronski. Der Ortsrat möchte aber auch ein kleines Baugebiet östlich des Rehkamp, in Sichtweite zum TSV-Sportplatz, berücksichtigt wissen, für das bereits ein Ratsbeschluss besteht. Dieses soll ebenfalls in den nächsten zehn bis 15 Jahren entwickelt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg