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Ältere halten den Markt am Leben

Isernhagen Ältere halten den Markt am Leben

Es sind die wenigen älteren Stammkunden, die den Wochenmarkt Neuwarmbüchen am Leben halten – wobei „Überleben“ eigentlich der passendere Begriff wäre. Denn zufrieden können Fleischer Wilfried Rave, Kai Kaufmann vom Bäckereiwagen sowie Susanne und Ingelore Bethmann mit ihrem Obst und Gemüse nicht sein.

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Susanne Bethmann reicht Stammkundin Renate Ritter eine Steckrübe. Im Hintergrund steht ihre Mutter Ingelore Bethmann

Quelle: Frank Walter

Neuwarmbüchen. Vom Alter her dürfen sich Günter Pochodzala und Jürgen Reinhardt getrost als Durchschnittskunden auf dem Wochenmarkt in Neuwarmbüchen sehen. Pochodzala, der als Hausmeister für die Kindertagesstätte, die Grundschule und das Haus der Begegnung in Sichtweite arbeitet, lässt sich am Marktwagen von Fleischer Wilfried Rave zum zweiten Frühstück eine Frikadelle schmecken. Für das Abendessen lässt sich der 64-Jährige gleich noch Minutensteaks und Bratwürstchen einpacken. „Ich komme immer gern her, weil die Wurst schmeckt und man auch gleich einen Schlag klönen kann. Und der Markt muss doch leben“, meint der 70-jährige Reinhardt, der Salami kauft.

Ohne die älteren Stammkunden, die nicht mehr so leicht zum Einkaufen in die Nachbarorte fahren können, müsste man einpacken, sind sich die drei Händler, die ihre Wagen in der Ortsmitte geparkt haben, einig. Immerhin drei, denn zu Fleischer Rave, der vor etwas über einem Jahr noch als Solist den Wochenmarkt bestritten hatte, haben sich ein Bäcker- sowie ein Obst- und Gemüsewagen gesellt.

Ob es sich lohnt? „Jein“, sagt Kai Kaufmann, der in Neuwarmbüchen immerhin zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Die Ware, die ein Großbäcker ihm bringt, müsse er ja ohnehin in seinen Verkaufswagen einräumen, ehe er am Mittag zum lukrativeren Markt in Altwarmbüchen aufbricht. Dann könne er auch gleich nebenbei Brot und Kuchen an die ein bis zwei Dutzend Kunden in Neuwarmbüchen verkaufen.

Auch für Mutter und Tochter Bethmann ist der Ort lediglich eine Zwischenstation aus dem heimischen Burgdorf. Für sie geht es nachmittags mit ihrem Obst- und Gemüsestand am Sahlkampmarkt in Hannover weiter. „Man kann davon nicht leben und nicht sterben“, sagt Susanne Bethmann. Die „gute alte Zeit“ von vor 20 Jahren, als man morgens mit einem vollen Wagen gestartet und der dann abends leer gewesen sei, „sind definitiv vorbei“. Gegen die Supermärkte mit ihren Niedrigpreisen komme man nicht an.

Susanne Bethmann ist froh, dass ihre Mutter ihr noch helfen kann: Solange das der Fall sei, funktioniere das Geschäft auch in Neuwarmbüchen gerade so. „Mit Personal brauche ich aber nicht herzukommen.“

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Wilfried Rave (von links) plaudert mit Günter Pochodzala und Jürgen Reinhardt.

Quelle: Frank Walter

Von Frank Walter

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