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Familienleben im Holzmodul

Isernhagen Familienleben im Holzmodul

Die Flüchtlingsunterkunft an der Seestraße in Altwarmbüchen ist die größte in der Gemeinde Isernhagen. Für 1,2 Millionen Euro hat die Kommune die zwei Häuserreihen in Holzmodulbauweise im vergangenen Jahr errichten lassen. Vor allem Familien sind dort inzwischen eingezogen. Wir haben uns umgeschaut.

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Eindrücke aus der Flüchtlingsunterkunft an der Seestraße in Altwarmbüchen. Unter anderem lebt dort der Syrer Nazmi Shekho mit seiner Familie.

Quelle: Ursula Kallenbach

Altwarmbüchen. Zu Fuß ist es nur ein kurzer Weg bis zur Hauptstraße, zum Bus, zur Stadtbahn und zum Rathaus. Wassersportverein, Altwarmbüchener See und der TuS sind direkt nebenan. Gut angebunden und doch: Wer die Flüchtlingsunterkunft mit den zwei langgestreckten Holzhausreihen an der Seestraße besuchen möchte, muss ein Pförtnerhaus passieren und den Ausweis vorlegen. Das gehört zum Sicherheitskonzept der vom DRK im Gemeindeauftrag betriebenen Wohnanlage.

„Es ist hier ganz angenehm. Wir haben immer Ansprechpartner“, sagt Nazmi Shekho. Der 49 Jahre alte Syrer war Taxifahrer in seiner Heimat. Erst vor einem Monat ist er mit seiner Frau und zwei Kindern aus der größeren Einrichtung für Geflüchtete in Bramsche nach Altwarmbüchen gekommen. Der 13-jährige Sohn besucht die Heinrich-Heller-Hauptschule, die 19-jährige Tochter steht vor einem Sprach- und Integrationskurs. Sie sind anerkannte Asylbewerber, auch das Familienoberhaupt muss nun den Integrationskurs absolvieren und Deutsch lernen. Er möchte wieder als Taxifahrer zugelassen werden.

51 Geflüchtete haben sich an der Seestraße jetzt eingerichtet, zur Hälfte sind es Minderjährige und Kinder. In einer Holzhauseinheit, dem sogenannten Kinderzimmer, geht es hoch her. Alles ist bunt, kullert herum, die Mini-Fahrzeuge sind geparkt, ein Erzieher kümmert sich um die Jüngsten. Die Kinder dürfen nicht fotografiert werden, auch die Familien in ihren Wohnungen nicht – das fordert der Respekt vor ihrer Privatsphäre.

Die Wohnungen in jedem der Holzhäuser  sind 34 Quadratmeter groß mit ihren zwei kleinen Schlafräumen, Küchenzeile und Dusche mit Toilette. Elf Wohnungen sind zurzeit bewohnt, erfährt Bürgermeister Arpad Bogya, der sich an diesem Tag ein Bild davon machen möchte. Sechs Wohnungen können noch besetzt werden. Bisher sind sie alle nur durchnummeriert – Namensschilder fehlen noch. Aber die Anlage ist erst seit September 2016 fertig.

In den insgesamt 24 „Objekten“, wie das DRK als beauftragter Betreiber die Hauseinheiten nennt, ist Sozialarbeiterin Sabine Träber vor allem in den gemeinschaftlich genutzten Räumen und auf den Wegen dazwischen unterwegs. Außer einem Kinderzimmer steht ein großer Begegnungs- und Veranstaltungsraum zum Beispiel für die Alphabetisierungskurse offen. Es gibt einen Materialraum, einen Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschinen, eine Einheit für den Hausmeister und ein Büro für die Sozialarbeiterin selbst. 

In den Wohnungen hat Träber es ausschließlich mit Familien zu tun – dies können auch Familienverbände sein, jedenfalls maximal vier Menschen. „Es ist auch eine Zusammensetzung mit einer Großmutter und drei Enkelinnen hier“, berichtet Träber. Sie ist seit vier Wochen in Altwarmbüchen im Dienst und muss ihre Arbeit noch organisieren. Wobei das zweite dicke Lob fällig ist: Das Helfernetzwerk mit 300 Ehrenamtlichen – „für Isernhagen eine hohe Anzahl“ – unterstütze die Arbeit mit den geflüchteten Familien mit großem Engagement. Für die Erstausstattung an Bettwäsche und Geschirr sorgen Helfernetzwerk und DRK-Ortsverband gemeinsam, die Ehrenamtlichen des Netzwerks bieten auch Hausaufgabenhilfe an. „Wir arbeiten sehr gut zusammen in vielen Bereichen“, betont Träber, lässt sich aber noch einen Wunsch entlocken. „Paten wären hilfreich, eine kontinuierliche persönliche Begleitung einzelner Familien.“ Das erste Lob hatte die Sozialarbeiterin zu Beginn ans DRK gerichtet. Es betreibe einen sehr engagierten Sicherheitsdienst, die Stimmung hier ist positiv“, so Träber.

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