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Zu Gast bei Familie Hennies

Altwarmbüchen Zu Gast bei Familie Hennies

Ein echter Familienbetrieb der alten Schule findet sich noch in Altwarmbüchen. Zwei Generationen einer Familie bewirtschaften dort an der Hannoverschen Straße gemeinsam von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein das Hotel-, Restaurant- und Eventgastronomie-Imperium Hennies.

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Die Familie Hennies leitet das Gastro-Imperium gemeinsam: Ivonne (von links), Philipp, Friedhelm, Volker, Heinz und Oliver.

Quelle: Joachim Dege

Isernhagen. Der Name Hennies besitzt Klang in der Gemeinde Isernhagen und weit darüber hinaus. Nicht nur, weil die Familie in Altwarmbüchen alteingesessen ist und bereits seit mehr als zwei Jahrhunderten an der Hannoverschen Straße 40 residiert. Die Familie, die wirtschaftlich erfolgreich ein Hotel, Gästehäuser, zwei große Veranstaltungsgebäude und ein Restaurant mit Biergarten betreibt und überdies auch noch Wohnungen vermietet, hält fest zusammen. Und das über Generationen hinweg.

Dabei verzichten die Familienmitglieder auf Allüren, die schwache Charaktere schon mal an den Tag legen können, wenn ihnen Erfolg und Geld zu Kopf steigen. Bei den Hennies, so hat es den Anschein, ist die Bodenständigkeit indessen Teil des Geschäftsmodells. Man versteht sich als gemeiner Altwarmbüchener, rackert im eigenen Betrieb von früh bis spät, schließt morgens auf und nach Betriebsschluss ab, will den 70 wertgeschätzten und daher nicht von ungefähr oftmals langjährigen Mitarbeitern noch ein Vorbild sein und übernimmt im Ort und in der Gemeinde soziale Verantwortung.

Das Imperium, das sind zunächst einmal die drei Brüder Volker, (63, Koch) Heinz (60, Kellner und Hotelkaufmann) und Friedhelm (60, Landwirt und Restaurantfachmann), denen das Unternehmen zu gleichen Teilen gehört, und die es gemeinsam mit dem unlängst verstorbenen Vater Friedel zu dem machten, was es heute ist. „Wir drei Brüder ticken sehr ähnlich. Wir sind uns fast immer einig bei der Fortentwicklung des Unternehmens“, verrät Friedhelm Hennies. Und Zwillingsbruder Heinz ergänzt: „Wir haben den Kredit für Investitionen gemeinsam aufgenommen und gemeinsam abbezahlt.“

Inzwischen arbeiten auch die Kinder der drei Brüder, die diesen Geist von klein auf erlebt haben, mit im Betrieb. Die gerade aus London wieder heimgekehrte Hotel- und Eventmanagerin Ivonne, der Betriebswirtschaftler Philipp und die beiden aufs Personalmanagement geeichten Sozialwissenschaftler Oliver und Nadine. So habe es der Kunde, gleich welche Dienstleistung er wünscht, stets mit einem der Chefs zu tun, sagt Heinz Hennies, der fürs Restaurant und das operative Geschäft verantwortlich zeichnet, während seine Brüder Volker (Küche, Einkauf, Empfang) und Friedhelm (Rezeption, Tagungsgeschäft, Veranstaltungen) andere Aufgaben übernehmen. „Die Familie kümmert sich um alles, vom ersten Kontakt bis zur individuellen Abstimmung der Räume auf die Wünsche des Kunden. Erst danach übernehmen unsere Mitarbeiter.“

Zehn Gebäude bewirtschaftet das Unternehmen, dessen Anfänge mehr als 200 Jahre zurückgehen, auf die ehedem kleine Hofstelle mit Poststation und Fremdenzimmer an der Straße nach Celle. Im vergangenen Jahr erst ließ der Hennies-Clan die alte Kegelbahn aus dem Hoteltrakt entfernen und ersetzte sie durch einen für Tagungen und Feiern geeigneten Wintergarten. 2010 hatte die Familie auf der anderen Straßenseite das Landhaus für Hochzeiten und andere große Gesellschaften errichten lassen. Vom Feiern müde, finden die Gäste dort über den Sälen eine Schlafstatt. 2007 war neben dem Restaurant die rustikale Tenne dazugekommen, wo dank moderner Veranstaltungstechnik Tagungen und Familienfeiern möglich sind. Den riesigen Hotelkomplex hatte noch Vater Friedel bauen lassen und 1990 in Betrieb genommen. Dabei hatte er das 1958 beim großen Brand niedergebrannte Gasthaus überhaupt erst wieder aufbauen müssen.

„Wir haben immer erweitert“, beschreibt Friedhelm Hennies die Strategie. Fünf Locations für Feiern mit bis zu 250 Gästen und 20 weitere Veranstaltungsräume habe man so geschaffen. Im Restaurant finden 160 Gäste einen Platz. Das Hotel hat 182 Betten. Etwa 300 Meter die Hannoversche Straße hinunter steht ein weiteres Gästehaus mit 18 Betten und ein Mehrfamilienhaus mit acht Mietwohnungen.

„Wir versuchen uns abzuheben. Die Tenne ist rustikal, das Landhaus schick. So bedienen wir unterschiedliche Zielgruppen, beschreibt Oliver Hennies eines der Erfolgsrezepte. Dazu kämen zivile Preise, wirbt sein Onkel Heinz mit Blick auf Hotel und Restaurant.

Das kommt an: Drei bis fünf Hochzeiten richtet der Gastogroßbetrieb nach eigenen Angaben jede Woche aus. Die Kunden kommen überwiegend aus der näheren Umgebung. Die Lage ist ideal: 15 Kilometer Entfernung sind es jeweils in die Innenstadt von Hannover, zum Flughafen und zum Messegelände. „Uns ist die Kundenpflege extrem wichtig“, sagt Ivonne Hennies.

Dazu gehört dann wohl auch, dass sich die Hennies in Altwarmbüchen finanziell engagieren und eine gewisse Großzügigkeit an den Tag legen. Mal spendieren sie der Handballmannschaft vom TuS einen Satz neuer Trikots, ein anderes Mal öffnen sie die Schatulle, um den Rollstuhlfahrerverein zu unterstützen. Auch der freiwilligen Feuerwehr, besonders der Jugendfeuerwehr, haben die Hennies schon manchen Wunsch erfüllt. Schon, weil Vater Friedel beim Brand 1958 fast alles verloren hätte. „Sein Geist wirkt fort“, sagt Heinz Hennies.

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