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17-Jähriger besteht Orgelprüfung

Alt-Laatzen 17-Jähriger besteht Orgelprüfung

Was Samuel Sonderhoff mit seinen 17 Jahren geschafft hat, hat Seltenheitswert. Der Laatzener hat die erste Orgelprüfung bestanden und zählt damit zu den jüngsten Organisten im Kirchenkreis. Im Herbst wird der Gymnasiast nun auch das ein oder andere Mal bei Gottesdiensten zu hören sein.

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Samuel Sonderhoff aus Alt-Laatzen hat als 17-Jähriger die D-Orgelprüfung mit "sehr gut" bestanden.

Quelle: privat

Alt-Laatzen. Auf die Idee, Orgel zu spielen, brachten ihn seinerzeit zwei Frauen: die damalige Pastorin der Immanuelgemeinde, Sabine Preuschoff, und seine Mutter. „Samuel spielt seit seinem sechsten Lebensjahr mit Begeisterung Klavier,“ erzählt Sigrid Sonderhoff. „Da ich als Theologin und auch meine Familie sehr kirchenbezogen sind, kennt Samuel das Choralrepertoire sehr gut."Seine Idee, sich als Organist ausbilden zu lassen, auch um sich später ein Zubrot verdienen zu können, gefiel der Familie – und so begann sein Unterricht.

Ausgebildet wurde der Jugendliche in den vergangenen drei Jahren von Kreiskantorin und Orgellehrerin Cornelia Jiracek von Arnim. Weil zu den Prüfungsaufgaben auch Gesang gehört, schulte er seine Stimme außerdem in der Immanuelkantorei. Der 17-Jährige gehört zu den jüngsten Organisten im Kirchenkreis.

Seine Begeisterung für das Kircheninstrument erklärt er so: „Am meisten fasziniert mich am Orgelspielen, dass man Dirigent eines Orchesters ist.“ Die große Zahl an Pfeifen ergebe viele unterschiedlichen Töne, hinter denen eine enorme Kraft stecke – „eine Kraft, die eine ganze Kirche füllt." Einen bestimmen Musikstil bevorzugt Samuel nicht. "Jede Richtung hat etwas Besonderes", sagt der 17-Jährige, der in seiner Freizeit auch Fußball spielt. In seiner zweistündigen Prüfung spielte er ein Jazz-Stück sowie Präludium und Fuge C-Dur von Johann Sebastian Bach.

Als Perfektionist benötige er trotz bestandener Prüfung noch viel Vorbereitung für einen Gottesdienst, sagt er: "Es ist gar nicht so einfach, eine Gemeinde zu begleiten." Orgeln könnten sehr unterschiedlich sein. Im Herbst will Samuel aushilfsweise einige Gottesdienste in der St.-Gertruden-Kirche in Gleidingen begleiten. Eine feste Anstellung als Organist strebt er vorerst aber nicht an. Zunächst will er 2017 das Abitur am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums in Hannover ablegen und danach studieren. In seiner engeren Wahl sind Schauspiel, Architektur oder ein geisteswissenschaftlicher Studiengang.

Mit dem D-Abschluss in der Tasche hat Samuel die Möglichkeit, sich als Organist weiter zu qualifizieren. Der junge Mann, der auch politisch sehr interessiert ist, kann sich gut vorstellen, nach dem Abitur auch noch die C-Prüfung zu absolvieren. Mit diesem Abschluss dürfte er nebenberuflich eigenverantwortlich als Organist arbeiten.

Orgelausbildung von D bis A dauert Jahre

Wer nebenamtlich als Organist in Gottesdiensten oder Konzerten in Kirchen spielen will, muss nach etwa dreijähriger Ausbildung die D-Prüfung bestanden haben: Außer dem praktischen Orgelteil werden Gesangskünste sowie Theoriekenntnisse im Orgelbau, zur Gottesdienstordnung und elementaren Musiklehre geprüft.

Innerhalb der Landeskirche Hannover werden Orgelstipendien für D-Prüfungen vergeben. Stipendiaten erhalten 500 Euro für den Unterricht und das Notenmaterial. Wer darauf aufbauend die 
C-Prüfung ablegen will, muss den zweijährigen Besuch eines C-Seminars oder ein Studium an einer Kirchenmusikschule nachweisen. Der Abschluss befähigt Organisten zum nebenberuflichen eigenverantwortlichen kirchenmusikalischen Dienst.

Um hauptberuflich als Organist zu arbeiten, ist ein B-Abschluss mit vierjährigem Studium an einer Kirchenmusikschule, Musikhochschule oder Akademie Voraussetzung. Nach einem erfolgreichen A-Studium samt Prüfung können Organisten den Dienst an Hauptkirchen mit Leitungsaufgaben ausüben.

Von Carolin Müller

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