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"Beim Flamencotanzen kann ich ,Ich' sein"

Laatzen "Beim Flamencotanzen kann ich ,Ich' sein"

Tanzarten und -formen gibt es zahlreiche auf der Welt. Petre Schmal hat in seinen 22 Jahren schon einige davon ausprobiert. Mit Herz und Körper hängen geblieben ist er vor sieben Jahren beim Flamenco. Demnächst ist der junge Laatzener unter anderem bei der großen Flamenconacht in Hannover zu sehen.

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Ausdrucksstark: Der 22-jährige Flamencotänzer Petre Schmal aus Laatzen im Studio von Elena Martin in Hannover.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. "Flamenco ist wie ein Spiegel der Seele", sagt Schmal ruhig und über das ganze Gesicht strahlend. Kinder, Jugendliche, junge Menschen könnten allesamt gute Tänzer sein mit beeindruckenden Fußkombinationen, aber keiner werde je die Erfahrungen und Ausstrahlung einer 70-jährigen Flamencotänzerin haben, sagt der Laatzener mit der dunklen Lockenmähne: "Je älter man wird, umso mehr hat man im Laufe seines Lebens erlebt." Als Ausdrucksform für die verschiedene Emotionen – schönes und weniger schönes – sei Flamenco besonders geeignet.

Ihm gehe es gut, aber auch er hat schon einiges erlebt. "Ich bin Adoptivkind." Fast vier Jahre verbrachte er in einem Krankenhaus in Rumänien, eh er für knapp 1,5 Jahre in ein Kinderheim kam – bis er erstmals seine Eltern aus Laatzen gegenüberstand: "Es war Liebe auf den ersten Blick." Die sprachlichen und kulturellen Unterschiede waren wie weggewischt, der damals Fünfjährige überglücklich. "Alles war gesagt", erzählt Schmal lächelnd. Schon beim zweiten Besuch im Mai 2000 nahmen die Schmals den fast sechsjährigen Petre mit nach Laatzen, wo er im Thomaskindergarten deutsch und alles weitere lernte, eh er in die Walddorfschule kam und seinen weiteren schulischen, darunter auch die Musikschule Laatzen, und beruflichen Weg einschlug. Zurzeit bereitet er sich nach Praktika in einem Laatzener und zwei deutsch-spanischen Kindergärten in Hannover auf seinen Sozialassistenten vor.

Er pflege ein "sehr enges Verhältnis" zu seinen Eltern, die ihn schon immer gefördert haben. Auch der Opernsänger Heinz Maraun, ein Freund des Vater, habe ihn geprägt und beeindruckt ("Viele Tenöre versuchen andere zu kopieren, aber Heinz Maraun bleibt sich selbst treu"). Petre Schmal fühlte sich früh zur Musik hingezogen, fing an Geige zu spielen, ("nicht nach Noten, sondern das was ich fühle"), machte beim Kinder- und Jugendzirkus Johnass mit, beschäftigte sich mit verschiedene Tanzarten aus, darunter auch die altindischen Tänze Kathak und Rajasthani, auf die der Flamenco mit zurückgeht.

Als 15-Jähriger dann traf er erstmals die Flamencotänzerin Elena Martin. Die Begegnung mit ihr und dem Tanz sei wieder eine Liebe auf den ersten Blick gewesen. Seit sieben Jahren tanzt er nun in ihrem Studio. "Es ist ein gutes Miteinander, sehr sozial, liebevoll und freundschaftlich", betont Schmal und dies gelte für alle Generationen. Jeder könne sein, wie er ist und werde so akzeptiert wie er ist.

Zu seinen außergewöhnlichen Erlebnissen zählt Schmal ein Reise im Herbst 2015 nach Sevillia und ins spanischen Cadiz. Dass er dort vor den weltbesten Flamencotänzern tanzen durfte und akzeptiert wurde, versteht er als große Ehre.

Ähnliches stand nun auch in Hannover bevor: Für die Flamenconacht des Studios von Elena Martin mit 60 Tänzern im Oktober war er ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen. Aus privaten Termingründen – eine für seine Familie und ihn bedeutende Reise ist kurz zuvor geplant – könne er allerdings nicht an dem wichtigsten Probentermin teilnehmen, weshalb er nun eine Nebenrolle tanze. "Es ist schade", gesteht der Laatzener, "aber es soll wohl so sein."

Die Flamenco di Sientomento mit Livemusik und Tanz beginnt am Samstag 8. Oktober, um 20 Uhr im Raschplatzpavillion. Vorher zu sehen ist Schmal als Flamencotänzer und Vertreter Spaniens an den Samstagen, 20. und 27. August, beim Fest der Kulturen vor der Clemenskirche in Hannover.

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Von Astrid Köhler

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