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Gericht schickt 55-Jährigen in Langzeitgewahrsam

Laatzen Gericht schickt 55-Jährigen in Langzeitgewahrsam

Er versteht es wohl nicht anders: Weil ein Mann nach der Trennung von seiner Frau über Monate hinweg und gegen deren Willen permanent Kontakt zu der Laatzenerin aufgenommen hat und selbst eine Nacht auf der Polizeistation noch keine Einsicht brachte, kommt der 55-Jährige nun in Langzeitgewahrsam.

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Das Polizeikommissariat in Laatzen.

Quelle: Astrid Köhler (Archiv)

Laatzen. Nach der im Herbst 2015 erfolgten Trennung, habe der Mann immer wieder vor dem Haus seiner noch Ehefrau gestanden, an ihrer Tür geklingelt, die Laatzenerin angerufen oder sogar bei ihrer Arbeitsstätte aufgesucht, erklärt der Leiter des hiesigen Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) Stefan Schwarzbard. Zwar habe er keine direkten Drohungen ausgesprochen, unterschwellig aber doch, sodass die Frau Angst bekam und sich schließlich bei der Polizei beraten ließ."Wir nehmen solche Sachen sehr ernst", betonte der KED-Leiter, der von häuslicher Gewalt Betroffenen ermutigen will, sich auch an die Polizei zu wenden. Die Laatzenerin sei eingehend beraten und auf das Gewaltschutzgesetz hingewiesen worden.

Das Amtsgericht sprach daraufhin im Rahmen einer einstweiligen Anordnung, dass der Mann weder die Wohnung betreten, sich der Frau annähern oder anderweitig Kontakt zu ihr aufnehmen durfte.

Weil der Mann dies nicht beachtete und seiner frühere Partnerin weiterhin aufsuchte und sie drangsalierte, wurde er Anfang Mai schließlich für eine Nacht in der Gewahrsamszelle der Laatzener Polizei gebracht, jedoch: "Auch hierdurch ließ sich der Beschuldigte nicht beeindrucken", so Schwarzbard. Als der 55-Jährige, der zwischenzeitlich von Laatzen nach Hannover gezogen ist, Anfang dieser Woche erneut Kontakt zu seiner noch Ehefrau aufnahm, nahmen ihn die Beamten erneut fest.

Eine Richterin des Amtsgerichtes entschied, dass der Mann für zehn Tage in Langzeitgewahrsam kommt. Seit Donnerstag sitzt der Mann in der Justizvollzugsanstalt in Hannover. Ob er danach einsichtiger ist, oder er ein weiteres Mal aus dem Verkehr gezogen werden muss, bleibt abzuwarten.

Schwarzbard, der im Herbst 2015 als KED-Leiter nach Laatzen kam, sind aus seiner Zeit dort erst zwei Fälle bekannt, in denen Personen – jeweils Männer – in Langzeitgewahrsam genommen wurden.

Von Astrid Köhler

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