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70 Jahre Männerarbeit bei St. Marien

Grasdorf 70 Jahre Männerarbeit bei St. Marien

Die Stunde Null als Wiedergeburt: Im Jahr 1946 belebte die Grasdorfer St.-Marien-Gemeinde ihre Männergruppe neu - im Krieg war die Arbeit eingestellt worden. Nächste Woche feiert die Gemeinde das 70-jährige Bestehen. Die Männerarbeit hat sich in dieser Zeit erheblich gewandelt.

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Das symbolische "M" ist bei den Treffen der Männerarbeit bei St. Marien stets dabei. Der Vorsitzende Wolfgang Waldow (links) und Pastor Burkhard Straeck freuen sich auf die Feier zum 70-jährigen Bestehen.

Quelle: Dorndorf

Grasdorf. Es ist eine illustre Runde, die sich einmal monatlich im Gemeindehaus von St. Marien trifft. Die derzeit 23 Mitglieder der Männerkreises kennen sich größtenteils schon lange - einige sind schon seit Jahrzehnten nicht nur in der Runde, sondern auch im Gasdorfer Leben aktiv. Dazu zählt etwa der Lokalhistoriker Helmut Flohr, Günther Meyer vom Verein Gewinnen in Gesundheit, aber auch Walter Battermann, Vorsitzender der Stiftung Grasdorf an der Leine.

"Die Arbeit macht Freude, weil es so ein offener Kreis ist", sagt Wolfgang Waldow, der den Männerkreis seit 2011 leitet. Bei den Treffen lädt die Runde häufig Referenten ein - mit Berichten etwa über die Seelsorge von Soldaten in Afghanistan oder die Frage, was Christen über den Islam wissen sollten. Hinzu kommen Ausflüge und gemeinsame Grillfeste.

Begonnen hat die Männerarbeit in Grasdorf unter ganz anderen Vorzeichen. Nachdem die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) im November 1933 das Evangelische Männerwerk gründete, rief Landesbischof August Marahrens dazu auf, den Gedanken flächendeckend umzusetzen. "In dem Männerwerk soll der volksmissionarische Wille der Kirche zum  Ausdruck kommen. Seine Aufgabe ist die Gewinnung der deutschen Männer durch die Gemeinde und für die Gemeinde. Das Wesen seiner Arbeit ist Kampf für die Festigung und Erhaltung des evangelischen Glaubens in der deutschen Männerwelt", heißt es in einem Brief vom 1. März 1934 an die "Amtsbrüder" der Landeskirche.

Im Grasdorf wurde daraufhin Kirchenvorsteher Friedrich Dismer zum Obmann der Männerarbeit ernannt - und nach ersten vereinzelten Veranstaltungen kamen am "Männersonntag", dem 17. Oktober 1937, 50 Männer zu einer ersten Versammlung in Grasdorf zusammen. "Hiermit begann im Grund die Eigenentwicklung des Männerwerks in Grasdorf", sagt Waldow. Pastor Georg Schaaf wurde bald Beauftragter für das Männerwerk im Kirchenkreis. Im Krieg - insbesondere nach der Zerstörung Grasdorfs in der Bombennacht von 1943 - kam die Männerarbeit zum Erliegen.

Nach einem Aufruf der EKD im Mai 1946 fand sich in der Vorweihnachtszeit erneut eine Runde von Männern in der hergerichteten Notkirche ein, um die Männerarbeit wieder zu beleben. Die Leitung übernahm der Grasdorfer Lehrer Carl Kammacher. Die Mitglieder trafen sich anfangs im Konfirmandensaal des Pfarrhauses, später dann in der Mühlenschänke. Am 6. Juli 1947 fand die erste Männertagung des Kirchenkreises auf der Marienburg statt - mit dem naheliegenden Thema "Besinnung über das Drama der Weltgeschichte".

"Es war für die Männer ein großes Bedürfnis nach dem Krieg, geistlich Fuß zu fassen und ihre Rolle im Zivilbereich zu finden", sagt Pastor Burkhard Straeck. Die Treffen seien damals denn auch stark von religiösen Themen geprägt gewesen.

1956 übernahm Ortwin Klußmann die Leitung der Gruppe, gefolgt von Rainer Blume in den Jahren 1995 bis 2010 und den heutigen beiden Leitern Wolfgang Waldow und Reinhard Riemer. Geöffnet hat sich der Männerkreis über die Jahrzehnte hinweg nicht nur thematisch: Längst sind auch Frauen bei den Treffen willkommen, die im Schaukasten der Gemeinde öffentlich angekündigt werden. Auch konfessionell gibt es keine Beschränkungen: Männerkreis-Leiter Waldow ist katholisch - und seit 2013 gibt es ökumenische Männerfrühstücke mit der katholischen Männergemeinschaft St. Oliver.

2010 hat sich in Grasdorf eine weitere Gruppe gegründet - der Kreis Väter 30plus unter Leitung von Klaus Pape. Die beiden Runden treffen sich getrennt, tauschen sich aber aus. Im Gegensatz zum Männerkreis geht es bei den Treffen der jüngeren Generation weniger um thematische Schwerpunkte denn um Geselligkeit und gemeinsame Freizeiten, erläutert Straeck.

Gemeinde feiert am 8. November

Die St.-Marien-Gemeinde feiert das 70-jährige Bestehen des Männerkreises am Dienstag, 8. November, von 19 bis 21 Uhr. Zu Beginn ist eine Andacht in der Kirche mit einem Grußwort von Henning Busse vorgesehen. Der Landespastor der Männerarbeit in der Landeskirche war früher bei St. Marien als Pastor tätig. Im Anschluss folgen Würdigungen und ein Imbiss im Gemeindehaus, bei dem Busse einen Vortrag zum Thema "Geschichte der Männerarbeit in unserer Landeskirche in den letzten 70 Jahren und deren Stellenwert in der Gemeindearbeit" hält.

Der Männerkreis kommt am jeweils zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr im Gemeindehaus, Am Südtor 30, zusammen. Die Väter 30plus treffen sich an gleicher Stelle am zweiten Montag des Monats um 20 Uhr.

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Fotostrecke Laatzen: 70 Jahre Männerarbeit bei St. Marien

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