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A year abroad: Schüler berichten vom Auslandsjahr

Laatzen-Mitte A year abroad: Schüler berichten vom Auslandsjahr

Geschätzt 20.000 Schüler entscheiden sich jährlich für ein Auslandsjahr. Sieben von ihnen haben jetzt an der Albert-Einstein-Schule über ihre Erfahrungen berichtet - und erzählten vom Familienleben mit Donald-Trump-Wählern, dem riesigen Freizeitangebot an US-Schulen und dem Leben auf einer Vulkaninsel.

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Schüler der Laatzener Albert-Einstein-Schule berichten von ihrem Auslandsjahr: Dennis (von links), Jonas, Hanna, Filip, Miriam, Jakob und Harmund.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Wie ist es, in einer Familie mit Donald-Trump-Anhängern zu leben? Gleich zwei AES-Schüler haben in ihrem US-Auslandsjahr dieser Erfahrung gemacht. "Ich habe in den Gesprächen über Politik vermieden, meine Meinung zu äußern", sagt Hanna, die ihr Auslandsjahr in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona verbracht hat. Auch, wenn sie selbst völlig anders über die US-Politik denkt: Am herzlichen Verhältnis zu ihren Gasteltern habe dies nichts verändert. "Sie sind trotzdem wie meine zweite Familie", entsprechend tränenreich sei der Abschied am Ende gewesen. Ähnlich sieht dies Jonas Exeler, der in Kansas lebte: "Es war die freundlichste Familie, die ich in meinem Leben kennengelernt habe."

Es sind solche Erfahrungen des Andersseins, von denen alle sieben Schüler am Freitag in der Albert-Einstein-Schule berichteten. Vor dem versammelten zehnten Gymnasialjahrgang erzählten die Schüler von ihren Aufenthalten in den USA, Großbritannien, Kanada und auf der französischen Insel La Reunion.

Viele gingen dabei auf das Schulsystem ein: Das Freizeitangebot insbesondere in den USA und in England viel größer als in Deutschland, berichteten die Schüler. Vor dem Niveau müsse man sich nicht fürchten: Zwar werde oft länger unterrichtet - aber die Schule selbst beschrieben alle als einfach. "Schule in Deutschland ist die härteste, die man sich antun kann", befand Dennis nach seinem Jahr auf La Reunion.

Aber um schulische Leistungen ging es ja schließlich nicht, sondern um die Erfahrungen - und die sind bei einem Auslandsjahr automatisch. "Es war das aufregendste und Faszinierendste, was ich in meinem Leben gemacht habe", fasste Englisch-Lehrerin Eva Philippsohn die Erfahrungen zusammen, die sie selbst als Schülerin im Ausland gemacht habe. Und dass auch bei den AES-Schülern nebenbei nahezu perfekte Fremdsprachenkenntnisse abfielen, stellten die Schüler am Freitag eindrucksvoll unter Beweis: Präsentiert wurden die Powerpoint-Vorträge in fließendem Englisch. "Wir wollen mit der Pilotveranstaltung auch das bilinguale Profil stärken", erläuterte Mitorganisator Wilhelm Paetzmann das Konzept.

Dennis Schultheiß, La Reunion (Frankreich):

Auf die französische Vulkaninsel La Reunion hat es Dennis Schultheiß verschlagen. "Ich wollte ins französischsprachige Ausland - und etwas machen, was nicht jeder macht. Außerdem ist das Wetter dort großartig", sagt er über die Gründe für die exotische Wahl. Auf der Insel, die im Indischen Ozean etwa 700 Kilometer vor Madagaskar liegt, ist es selbst im Winter angenehme 25 Grad warm, im Sommer können es allerdings bis zu 35 Grad werden. "Baden gehen wollte mit mir dann allerdings keiner, die anderen Schüler wollten lieber zu Hause ihre Serien gucken - das ist wie in Deutschland." Zu den Attraktionen der Insel, die etwa so groß wie das Saarland sei, zähle unter anderem der aktive Vulkan, der ein- bis zweimal im Jahr - in Maßen - ausbreche.

Ganz anders als hierzulande ist die Kultur des Feierns. "Die Menschen suchen immer einen Grund für ein Fest - und singen und tanzen dann auf den Straßen", berichtet Dennis. Auch gebe es erheblich mehr Ferien. Die Schüler tränken keinen Alkohol, rauchten aber viel. Das sei zwar nicht erlaubt, aber werde toleriert: "Die Lehrer sagen nichts dazu."

Miriam Schwab, Gloucester (England)

"Ich liebe die Engländer", sagt Miriam über die Gründe, die sie nach Gloucester im Südwesten Englands geführt haben. Befürchtungen, dass es mit der Sprache Probleme geben würden, hätten sich bei ihr bald erledigt. "Anfangs war ich ziemlich schüchtern, aber es wurde dann ziemlich schnell besser", erzählt sie im typisch englischem Akzent. Zu den Besonderheiten der Insel gehören die Schuluniformen. "Ich mochte das, weil ich nicht jeden morgen überlegen musste, was ich anziehen soll." Noch ein Kuriosum: Selbst im Winter tragen die Schüler keine Mäntel. "Die Leute dort frieren überhaupt nicht" - vielleicht wegen des ausbleibenden Schnees.

Bei Weihnachtsveranstaltungen werde denn auch Kunstschnee ausgestreut - und gefeiert wird erst am 25. Dezember. "Die Geschenke gibt es morgens", sagt Miriam. Feuerwerk an Silvester sei dort enbefalls unbekannt - stattdessen gibt den "Guy Fawkes Day" am 5. November, bei denen die Briten dem vereitelten Sprengstoffanschlag  auf das Parlament im 17. Jahrhundert gedenken.

Jonas Exeler, Winfried (Kansas, USA)

Die äußeren Bedingungen, mit denen Jonas Exeler in den USA gelebt hat, klingen eher abschreckend: Das 12.000-Einwohner-Städtchen Winfried sei in etwa so groß wie Rethen, im Sommer werden es 38 Grad ("Es war unendlich heiß") und die Umgebung mit ihren vielen Feldern sei langweilig. "Sport konnte man wegen der Temperaturen nicht vor 8 Uhr abends machen". Und auch politisch muss man erst mal mit 56 Prozent Donald-Trump-Wählern im Bundesstaat zurecht zu kommen.

Für Jonas war es trotzdem "das beste, was ich jemals gemacht habe". Seine Gastfamilie sei unglaublich nett gewesen und die Zusammensetzung der Bevölkerung mit vielen Mexikanern und Menschen aus Laos so bunt gemischt, dass er sich nie als Ausländer gefühlt habe. Vor allem das Sportangebot an der Schule sei enorm: Er selbst habe unter anderem Fußball gespielt, wobei der Schulsport auf Rieseninteresse stoße: "Wir haben vor 3000 bis 4000 Leuten gespielt" - eine der aufregendsten Erfahrungen in seinem Leben.

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