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Abriss bei der Rentenversicherung

Laatzen Abriss bei der Rentenversicherung

In Laatzen weicht das größte Bürogebäude der Region Wohnhäusern. Das Haus der Deutschen Rentenversicherung wird abgerissen. Es entsteht ein Neubau für 67 Millionen Euro.

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Das Gebäude der Deutschen Rentenversicherung wird abgerissen. Der erste Spatenstich für den Neubau wurde gesetzt.

Quelle: Thomas

Laatzen. Seit Montag wird neben dem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Laatzen gegraben: Mit einem symbolischen Spatenstich läuteten Vorstand, Architekten und Bürgermeister die Arbeiten für einen 67 Millionen Euro teuren Neubau ein, der bis 2014 auf dem Grundstück an der Langen Weihe wachsen soll. Seit Montag ist auch klar: Wenn der Neubau bezogen ist, wird die riesige Betonburg, in der die Rentenversicherung bisher residiert, vollständig abgerissen. Es ist das größte Bürohaus der Region, eine Sanierung gilt nach nur 40 Jahren Lebenszeit als unwirtschaftlich. Eine Bietergemeinschaft hat Immobilie und Grundstück jetzt erworben und will auf der Fläche Wohnhäuser errichten. Über den Kaufpreis schweigen sich die Beteiligten aus. Bestätigt wurde nur, dass nach dem Prinzip „Grundstückspreis minus Abrisskosten“ verfahren wird. Dann kann es sich nicht um viel Geld handeln: Das Gebäude ist bis unters Dach ein Asbestsanierungsfall, der Abriss kostet viele Millionen.

Die Rentenversicherung Braunschweig-Hannover (in Hannover besser bekannt als Landesversicherungsanstalt LVA) ist ein Unternehmen der Superlative. Der Haushalt von jährlich gut neun Milliarden Euro ist in Niedersachsen der größte nach dem der Landesregierung. Mehr als drei Millionen Versicherte und Rentner werden von Laatzen aus betreut, rund 170.000 Renten- und Rehabilitationanträge jährlich bearbeitet. Trotz der Größe des Unternehmens werde der Neubau nur etwa halb so groß ausfallen wie das derzeitige Domizil, sagte Vorstandschef Horst Fricke. Das Bestandsgebäude ist für mehr als 2000 Mitarbeiter ausgelegt, zurzeit sind 1300 Menschen dort beschäftigt. Dank Automatisierung und Computertechnik sollen aber im Neubau nur noch rund 1200 Mitarbeiter arbeiten. Aufgrund von Geothermienutzung und guter Dämmungen werde der Energieverbrauch um mehr als 70 Prozent sinken. Als Rentenversicherer sei man der Solidarität, Werterhaltungen und Nachhaltigkeit verpflichtet, betonte Fricke - dem trage der Neubau Rechnung.

Der allerdings ist seit Abschluss des Architektenwettbewerbs 2009 schon vor Baubeginn um gut zehn Prozent teurer geworden - damals wurde mit rund 60 Millionen Euro Baukosten kalkuliert. Fricke sagte am Montag, 2009 seien die Planungen noch nicht detailliert genug gewesen. Zudem werde die spätere Energieeinsparung die höheren Investitionskosten rechtfertigen: „Das holen wir dreimal wieder rein.“

Die Gremien der DRV hatten sich nach dem Architektenwettbewerb 2009 zunächst für einen Entwurf des bundesweit renommierten Architekturbüros Kaspar Kraemer ausgesprochen, das einen lang gestreckten Neubau konzipiert hatte. Inzwischen aber hat nach intensiven Diskussionen das Braunschweiger Büro Struhk den Zuschlag erhalten. Das plant jetzt einen zweiteiligen, sechsgeschossigen Baukörper mit lichtdurchfluteten Büros und grünen Innenhöfen. Wer ein Gebäude für 1200 Personen schaffe, müsse einen Lebensraum entstehen lassen, sagte Architekt Prof. Hans Struhk beim Spatenstich: „Die Menschen sollen sich wohlfühlen und mit Freude darin arbeiten.“

Das gefällt auch Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz. Dennoch bekannte er vor Publikum, er sei schon etwas wehmütig, dass mit dem Abriss des Betonungetüms „eine weithin sichtbare Landmarke von Laatzen“ verloren gehe. Dass die Rentenversicherung, immerhin größter Arbeitgeber der Stadt, in Laatzen bleibe und zudem mit einem Architektenwettbewerb für „planerische Qualität, die eine Stadt wie diese gut gebrauchen kann“ sorge, sei ein Glücksfall für Laatzen. In Kürze werde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Lärmschutzwall zur B6 erweitert werde, damit Büromitarbeiter und künftig auch die Bewohner der Neubauhäuser nicht gestört würden.

Für den Büroneubau jedenfalls sind die Termine schon fest abgesteckt. Am 30. September 2014 soll das Gebäude eröffnet und ab Oktober bezogen sein. Ob das klappt? Der Architekt ist seiner Sache sicher: „In 45 Jahren hat unser Büro dank straffer Organisation keinen Fertigstellungstermin gebrochen.“

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