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Absage an Schostok-Vorstoß

Laatzen Absage an Schostok-Vorstoß

Mehr Flüchtlinge in kleine Kommunen? Die Städte Hemmingen und Pattensen verweisen auf riesige Probleme, der neuen Flüchtlingswelle zu begegnen. Beide Kommunen suchen selbst dringend Wohnraum.

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Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Mit einer Welle der Sympathie bei seinen Amtskollegen durfte Stefan Schostok wohl kaum rechnen: Hannovers Oberbürgermeister hatte am Mittwoch vorgeschlagen, angesichts der Unterbringungsnot in der Landeshauptstadt mehr Flüchtlinge auf kleine Städte zu verteilen, wo es mehr Leerstände gebe. „Fatal falsch“, nennt Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht diese Schlussfolgerung. „Wir sind selbst am verzweifeln und suchen dringend Wohnraum.“ Hemmingen habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft. „Wir sind die kleinste Kommune der Region“, betont Schacht, es gebe keine Flächen mehr. „Die Kontingente werden ständig nach oben gesetzt und berücksichtigen nicht die Verhältnisse vor Ort“, sagt Schacht.

Die Stadt rufe Vermieter dringend auf, sich zu melden - sei es zur Anmietung oder zum Kauf von Wohnungen. Die vor Monaten noch diskutierte Idee, Container auf einem Grundstück am Hohen Holzweg aufzustellen, sei hingegen aufgegeben worden - auch wegen der B-3-Umgehung.

Auch in Pattensen ist man inzwischen zum Kauf von Wohnraum bereit. Laut Stadtsprecherin Andrea Steding stehe die Verwaltung mit Eigentümern mehrerer Immobilien in Gesprächen. Ob es zum Ankauf kommt, werde Gegenstand der Etatberatungen für 2015 sein. „Die Situation ist für alle brenzlig, nicht nur für die Landeshauptstadt“, sagt Steding.

Bedingtes Verständnis für die Position Schostoks hat Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz. Zwar könne man die Aufnahme der Flüchtlinge nicht davon abhängig machen, ob es eine größere oder kleinere Stadt sei. Es sei allerdings „überlegenswert“, bei der Verteilung die Wohnraumsituation vor Ort zu berücksichtigten. Wie Hannover habe Laatzen keine Leerstände.

Die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge, vor allem in Hemmingen und Pattensen, steigt unterdessen dramatisch. Nach Angaben der Region Hannover muss Hemmingen in nächster Zeit bereits 40 Menschen aufnehmen, in Pattensen sind es 20 Personen. Wohnraum gesucht wird in Hemmingen aktuell sogar für 65 Personen.

Keine echten Probleme hat Laatzen, wo laut Region lediglich noch sieben Personen zu erwarten sind. Die Stadt profitiert heute davon, dass sie in den neunziger Jahren so viele Flüchtlinge aufnahm, dass das Soll lange übererfüllt war. Neuankömmlinge können zudem in der Asyl- und Obdachlosenunterkunft in Rethen untergebracht werden.

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