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Agenda: Grünkorridore helfen gegen Affenhitze

Laatzen Agenda: Grünkorridore helfen gegen Affenhitze

Die Stadt und der Klimawandel: Manfred Vogel und Michael Schilmover von der lokalen Agenda21-Gruppe sind überzeugt, dass Laatzen auf die Herausforderungen der Erderwärmung ungenügend vorbereitet ist. In einer Serie greifen wir Aspekte des Themas auf. Heute: Warum Abkühlflächen wichtig sind.

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Aus Sicht der Agenda-Gruppe ideal: Die Passage zwischen Stadthaus und Rathaus bietet Schatten und Frischluft.

Quelle: privat

Laatzen.  „In der Stadtplanung muss es darum gehen, die zweifelsfrei vorhandenen Gesundheitsrisiken nicht noch weiter zu erhöhen." Das Zitat des Klimatologen Gerd Jendritzky aus einer Stellungnahme zu den Gesundheitsrisiken des Stadtklimas von Freiburg verdeutlicht, dass das Thema nachhaltige Stadtentwicklung im Süden der Republik heute bereits intensiv diskutiert wird. Die Stadt Freiburg, so Jendritzky weiter, lege Wert darauf, "Kaltluftentstehungsgebiete und Luftleitbahnen von Bebauung freizuhalten".

Für Manfred Vogel und Michael Schilmover von der lokalen Agenda21-Gruppe Laatzen wäre ein solches Konzept auch für Laatzen notwendig - etwa bei Hitzewellen. Das Problem: Gebäude beziehungsweise Innenräume heizen sich bei anhaltend hohen Temperaturen und zugleich fehlender nächtlicher Abkühlung von Tag zu Tag weiter auf. Dies wiederum führt mangels Erholungsphasen zu einer Dauerbelastung, unter der insbesondere ältere und kranke Menschen zu leiden haben.

Abhilfe könnten hier Abkühlflächen und Frischluftfurten schaffen, meinen Schilmover und Vogel. „Abkühlflächen", sagt Vogel, „sind in der Lage, in der Nacht für einen Temperaturaustausch zwischen den aufgeheizten Gebäuden und der Umgebungsluft zu sorgen – wenn sie sich in der Nähe der Häuser befinden und einen entsprechenden Bewuchs aufweisen."

Die heute zwischen den Mehrfamilienhäusern in Laatzen-Mitte vorherrschenden Rasenflächen, so Schilmover, könnten diese Funktion nicht erfüllen, da sie ständig gemäht würden und bei starker Hitze schnell vertrockneten. „Rasenflächen speichern tagsüber die Hitze und geben sie – wie alle versiegelten Flächen – nachts zusätzlich an die Umgebungsluft ab. „Blumenwiesen hingegen", ergänzt Vogel, „können die Feuchtigkeit wesentlich besser und länger halten und vertrockneten nicht so schnell". Vorteilhafter sei es zudem, auf den Flächen Büsche und Bäume zu pflanzen. So würden zumindest einzelne Bereiche nicht durchgehend der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

„Nehmen Sie die kleine Wegeverbindung zwischen dem Stadthaus und dem Rathaus", nennt Vogel ein Beispiel. Auf diesen wenigen Metern unter Schatten spendenden Bäumen kann man im Sommer richtig durchatmen. "Und jetzt stellen Sie sich vor, was es für die Lebensqualität in der Stadt bedeuten würde, wenn es in Laatzen viele solcher überschatteter Wegeverbindungen geben würde."

Wegeverbindungen, die – entsprechend angelegt – zugleich als Frischluftfurten fungieren könnten. „Ideal", sagt Schilmover, „wären durchgehend mit Bäumen bestandene Furten quer durch die Stadt, die eine Verbindung zwischen dem Mastbruchholz/Kronsberg und der Leinemasch herstellen würden." Solche Furten ermöglichten den Austausch der warmen, schadstoffbelasteten Luft in der Stadt mit der kühleren Frischluft aus der Umgebung. „Voraussetzung dafür", ergänzt Vogel, „ist jedoch, dass der Baumbestand keine größeren Lücken aufweist und dass die Bäume – Stichwort Pflege – ein möglichst geschlossenes Blätterdach beziehungsweise eine intakte Krone besitzen".

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Von Ralf Schunk

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