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„Alles war voller Blut“: Zeuge sagt aus

Rethen „Alles war voller Blut“: Zeuge sagt aus

Im Verfahren gegen den 21-jährigen Mateusz B., der im November 2014 einen 53-jährigen Mann im Rethener Obdachlosenheim schwer verletzt haben soll, haben am Mittwoch die Eltern des Opfers und Tatzeugen vorm Landgericht ausgesagt.

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Der Prozess gegen den 21-Jährigen, der einen Mann in einem Rethener Obdachlosenheim schwer verletzt haben soll, wird fortgesetzt.

Quelle: Symbolbild

Laatzen. Das Opfer war in der Nacht zum 22. November schwer verletzt in seinem Zimmer des Caritas-Heims entdeckt worden. „Ich hab’s knallen hören, als würde jemand mit voller Wucht gegen die Wand geworfen“, schildert ein 29-jähriger Bewohner des Obdachlosenheims die Ereignisse der Nacht. Weiterhin habe er gehört, wie das Opfer immer wieder flehte, in Ruhe gelassen zu werden, während ein Unbekannter ihn in einer osteuropäischen Sprache anschrie. Seine Aussage deckte sich mit den Angaben des aus Polen stammenden Angeklagten, der bei der polizeilichen Vernehmung einräumte, sich mit dem Opfer gestritten zu haben, da dieser seiner Bitte nach einem Feuerzeug nicht nachgekommen war. Die Polizei war B. mithilfe von Fingerabdrücken auf die Spur gekommen.

Der 29-jährige Zeuge berichtete weiter, er sei nach einigen Minuten aufgestanden um zu schauen, was im Nachbarzimmer los war. Er habe den Täter aber nicht mehr gesehen. „Die Tür der Wohnung stand offen, und alles war voller Blut - wirklich alles“, sagte er. „Der Typ lag da halb tot, sein ganzes Gesicht war kaputtgeschlagen.“ Zwar habe er den Täter nicht gesehen. Der Zeuge erkannte jedoch den Angeklagten, da dieser häufig einen weiteren Heimbewohner besuchte.

Ein anderer Bewohner des Obdachlosenheims behauptete überraschend, er habe von der Tat nichts mitgenommen. Zuvor hatte er noch gegenüber der Polizei angegeben, einen unbekannten Mann im Flur gesehen zu haben. Der Mann, der sich vor der Vernehmung einige Biere genehmigt hatte, versicherte nun, die von der Polizei aufgenommene Aussage, er habe einen Mann auf Polnisch fluchen und schreien hören, sei nicht wahr. Erst nach mehrmaliger Androhung einer Haftstrafe bei Falschaussage gestand er, dass ein Unbekannter vom Tatort geflüchtet sei. Dass er den Angeklagten auf einem Foto als die Person wiedererkannte, die in der Tatnacht die Tür seines Nachbarn eintreten wollte, bestritt er allerdings.

Das Opfer, das Hirnblutungen, einen Nasenbeinbruch, einen Brustbeinbruch und Prellungen erlitt, lebt momentan in einem Pflegeheim. „Nach der Tat hat er mich nicht mal erkannt“, schilderte die Mutter des Opfers dessen Zustand. Laut Einschätzung seiner Betreuerin wird er nie wieder eigenständig wohnen können. „Ziel ist es, dass er irgendwann im betreuten Wohnen zurecht kommt“, sagte sie.

Von Lisa Malecha

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