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Alt-Laatzener Kapelle wegen Schimmel gesperrt

Alt-Laatzen Alt-Laatzener Kapelle wegen Schimmel gesperrt

Die Alte Kapelle an der Alten Rathausstraße ist wegen Schimmelbefalls seit Mitte August gesperrt. Der Kirchenvorstand der Immanuelgemeinde beugt damit möglichen Gesundheitsgefährdungen vor. Wann die Kapelle wieder genutzt werden kann, ist ungewiss.

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Die Alte Kapelle der Immanuelgemeinde an der Alten Rathausstraße ist wegen Schimmelbefalls geschlossen. Das Wahrzeichen von Alt-Laatzen, das bereits im Jahr 1325 urkundlich erwähnt wurde, gilt als das am südlichsten gelegene Bauwerk der Norddeutschen Backsteingotik.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Alt-Laatzen. Den Schimmel entdeckt hatte der neue Kreiskantor Zoltán Suhó im August. "Er hatte auf der Orgel gespielt und danach plötzlich Schnupfen bekommen", sagt Immanuel-Kirchenvorsteher Peter Fündeling. Danach habe er sich die Orgel näher angesehen und das Instrument geöffnet. Wie sich herausstellte, war das Instrument samt der Luftkanäle mit blauem Schimmel bedeckt. "Beim genauen Hinsehen konnte man auch auf der Tastatur Schimmelbefall erkennen", berichtet Fündeling.

Wie hoch die Belastung und damit auch eine mögliche Gesundheitsgefährdung für den Organisten - und letztlich auch die Besucher - ist, weiß der Kirchenvorstand noch nicht. Die Gemeinde hat in dieser Woche eine Firma beauftragt, die die Orgel und die gesamte Kapelle überprüfen soll. "Wir hoffen, dass es mit der Reinigung oder einem Austausch der Orgel getan ist", sagt Pastor Matthias Freytag. Es sei aber nicht auszuschließen, dass auch andere organische Materialien im Raum betroffen sind. Wann die Firma tätig wird, steht noch nicht fest. "Wir haben mit so etwas keine Erfahrung", sagt Fündeling. "Wir hoffen aber, dass die Firma in Kürze loslegen kann und dass wir dann bald wissen wie es weitergeht." 

Bei einigen Mitgliedern der Gemeinde gebe es "ein gewisses Unverständnis" darüber, dass die Kapelle vorerst nicht mehr genutzt werden kann, sagt Pastor Matthias Freytag. "Es hat Enttäuschungen gegeben, weil dort auch Gedenkgottesdienste geplant waren", bestätigt auch Fündeling. "Das tut uns leid, wir können da aber leider keine Ausnahme machen und nur um Verständnis bitten." So lange es kein Gutachten gebe, das eine Gesundheitsgefahr ausschließt, bleibe die Kapelle geschlossen. Pastor Freytag stimmt ihm zu. "Die Gesundheit unserer haupt- und nebenberuflichen Kantoren und unserer Gemeindemitglieder steht absolut im Vordergrund."

Superintendent Detlef Brandes bezeichnete den Vorfall im Zuge seiner Visitation als "bittere Entscheidung". Der Schimmelbefall sei allerdings kein Einzelfall - inzwischen seien landesweit etliche Kirchen und deren Orgeln davon betroffen. Nach Schätzung des Orgelsachverständigen der Landeskirche Hans-Christoph Becker-Voss sind inzwischen 70 bis 80 Prozent der Kirchen von Schimmel befallen - möglicherweise aufgrund des Klimawandels und der damit steigenden Luftfeuchtigkeit. 

Auch in der Orgel der Grasdorfer St.-Marien-Kirche waren im Herbst 2015 Schimmelsporen entdeckt worden. Bei der Untersuchung der Laborproben stellte sich dort aber bald heraus, dass die Schimmelpilze nicht lebensbedrohlich waren.

Die Kapelle ist das älteste Bauwerk Laatzens

Die Alte Kapelle, die bereits im Jahr 1325 urkundlich erwähnt wurde, gilt als das am südlichsten gelegene Bauwerk der Norddeutschen Backsteingotik. Sie ist das älteste Gebnäude Laatzens und gilt als ein Wahrzeichen des Ortsteils.

1943 brannte die Kapelle bis auf die Grundmauern aus. 1953 und 1954 wurde sie im Originalzustand wieder aufgebaut - lediglich die Fenster und der Dachreiter wurden neu gestaltet. Am 21. März 1954 folgte die Einweihung. Heute wird die Kapelle häufig noch für kleine Konzerte - zum Beispiel im Rahmen der Reihe Abendmusiken - und für Trauungen genutzt.

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Fotostrecke Laatzen: Alt-Laatzener Kapelle wegen Schimmel gesperrt

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Von Daniel Junker

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