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Eklat um Volkstrauertag endet vor Gericht

Alt-Laatzen Eklat um Volkstrauertag endet vor Gericht

Wurde der Laatzener Joachim Gottschalk beim emotionsgeladenen Volkstrauertag 2014 am verhüllten Gedenkstein als Spinner beschimpft? Dieser Frage ist am Mittwoch das Amtsgericht nachgegangen und hat dazu vier Zeugen gehört. Der Kläger fordert 1200 Euro wegen angeblicher Beleidigung.

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Vier Zeugen sagen wegen angeblicher Beleidigung beim Volkstrauertag vor dem Amtsgericht aus.

Quelle: Zerm

Alt-Laatzen. Wurde ein Laatzener beim emotionsgeladenen Volkstrauertag 2014 am verhüllten Gedenkstein als Spinner beschimpft? Dieser Frage ist am Mittwoch das Amtsgericht nachgegangen und hat dazu vier Zeugen gehört.

„So ein Mist hier, und alles nur wegen eines Spinners.“ Dieses Zitat eines ehemaligen SPD-Ortsratspolitikers stand einen Tag nach dem Volkstrauertag 2014 in den Leine-Nachrichten. Vermeintlicher Adressat war ein Gast der Veranstaltung, der mit einem eigenen Kranz gegen die Gedenkfeier demonstrierte. Wegen der mutmaßlichen Beleidigung fordert er nun mindestens 1200 Euro von seinem Kontrahenten. Eine gütliche Einigung war im Vorfeld bereits gescheitert. Am Mittwoch hat das Amtsgericht versucht, Licht in die Zwischenfälle am Gedenkstein zu bringen und hat dazu vier Zeugen befragt: die Journalistin, die damals über den Volkstrauertag berichtet hatte, und drei Laatzener Lokalpolitiker, die die Veranstaltung besucht hatten.

„Die Feier war entwürdigend“, erinnerte sich ein 78-jähriger Laatzener. Das Problem sei gewesen, dass die Gedenktafel des Findlings verhüllt gewesen sei. Da die Inschrift „Unseren Opfern 1914/18 1939/45 zum Gedenken“ unter anderem auch vom Kläger kritisiert worden war, hatte die Stadt diese ursprünglich mit einem schwarzen Tuch verhängen wollen. Dieses war laut dem Zeugen jedoch weggeflogen und durch eine „Pferdedecke“ ersetzt worden. Zwischenfälle habe er bei der Kranzniederlegung keine wahrgenommen, sagte ein weiterer Zeuge, ein 53-jähriges Ratsmitglied aus Laatzen. Die ganze Veranstaltung sei ein einziger Zwischenfall gewesen. Viele Besucher hätten sich über die Verhüllung des Gedenksteins aufgeregt.

Alle drei Lokalpolitiker gaben an, nicht mitbekommen zu haben, dass der Beklagte sich beleidigend gegenüber dem Kläger geäußert habe. „Ich habe gehört, dass er so etwas sagte wie ‚So ein Mist, wir gedenken doch allen‘“, sagte der 78-jährige Zeuge und ergänzte, dass er direkt neben ihm gestanden habe. Auf Richter Roger Heidenreichs Frage nach seinem Hörvermögen betonte er: „Ich höre noch sehr gut und habe keinen beleidigenden Ausspruch gehört.“

Die Journalistin, die damals über die Veranstaltung berichtete, konnte sich dagegen nicht mehr genau an die Ereignisse vor rund eineinhalb Jahren erinnern, betonte aber: „Ich habe mir dieses Zitat vor Ort notiert und den Herrn anschließend extra noch nach seinem Namen gefragt, um zu wissen, wer dies gesagt hat.“ Geschrieben habe sie den Bericht noch am selben Tag.

Eine Entscheidung fällt das Gericht am 5. April.

Von Stephanie Zerm

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