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Anwohner fordern Baustopp für 14-Meter-Neubau

Rethen Anwohner fordern Baustopp für 14-Meter-Neubau

Ist ein geplanter Neubau in der Rethener Siedlung am Holzfeld mit einer geplanten Höhe von knapp 14 Metern zu hoch für das Wohngebiet? Wenn es nach einigen Anlieger geht, auf jeden Fall. Sie haben bei der Stadt und beim Verwaltungsgericht Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt.

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Direkt hinter den Häusern von Wolf Dietmar Kohlstedt (von links), seiner Frau Claudia, Mustafa Düzyol sowie Natalia und Albert Wahl entsteht derzeit ein Neubau für ein Mehrfamilienhaus. Nach jetzigem Stand soll das Gebäude an der Helene-Weber-Straße etwa 14 Meter hoch werden. Damit würde es die benachbarte Bebauung deutlich überragen, die Sicht aus den Gärten der Anlieger wäre versperrt.

Quelle: Daniel Junker

Rethen. Vor mehr als zehn Jahren sind die Anwohner an der Gubiner Straße in ihre Häuser im Rethener Wohngebiet eingezogen. Auf der Rückseite der Grundstücke zur Helene-Weber-Straße gab es damals noch eine leere Baufläche. Nun entsteht dort ein Neubau mit sechs Eigentumswohnungen. Die Arbeiten für das Haus mit Tiefgarage, zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss haben im März begonnen, im Januar 2017 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Knapp 14 Meter hoch soll das Gebäude werden - und hier liegt für die Anwohner das Problem. "Ursprünglich waren hier wesentlich flachere Gartenbungalows vorgesehen", sagt Wolf Dietmar Kohlstedt. Zudem passe der große Bau nicht in das Wohngebiet, ergänzt Mustafa Düzyol. Und: Das Haus werfe Schatten auf die Nachbargrundstücke. "Es gibt kaum Abstand zu unseren Gärten", ärgert sich auch Natalia Wahl. "Wir schauen dann auf eine riesige Wand."

Im ursprünglichen Bebauungsplan sei eine maximale Höhe von neun Metern angegeben gewesen. Diesen Bebauungsplan habe die Stadt im Jahr 2005 geändert. Daraufhin hätten die Anwohner in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung ihre Bedenken vorgetragen. "Der Ausschuss hat dies zur Kenntnis genommen und wollte eine niedrigere Höhe berücksichtigen. Der Rat hat dem zugestimmt", sagt Kohlstedt. Im Dezember 2015 hätten die Anwohner dann eine Anzeige zu dem Haus entdeckt - und festgestellt, dass das Gebäude wesentlich höher ausfallen würde. Deshalb legten neun Anlieger noch im Dezember bei der Stadt Widerspruch gegen die Baugenehmigung ein.

Statt zu antworten, habe die Stadt den Baukörper in einem Nachtrag zur Baugenehmigung nur "geringfügig verschoben und dann einfach weitergemacht", ärgert sich die Gruppe. Also schalteten die Anwohner einen Rechtsanwalt ein. "Daraufhin hat die Stadt die ursprüngliche Baugenehmigung samt Nachtrag aufgehoben und eine neue Genehmigung mit demselben Inhalt erteilt", zeigen sich die Anwohner enttäuscht.

Aufgrund des laufenden Verfahrens will sich die Stadt nicht konkret äußern. "Ein Gebäude kann je nach Dach unter Einhaltung der maximalen Traufhöhe insgesamt aber höher sein als die festgesetzten neun Meter", sagt Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley. Je nach Konstruktion sei ein Gebäude mit einer Höhe von 14 Metern zulässig. 

Die Anwohner sehen das anders: Albert und Natalia Wahl sowie Mustafa Düzyol haben deshalb einen Eilantrag zur Aussetzung der Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht gestellt. Das Gericht hat den Antrag allerdings am 1. Juli abgewiesen - die Nachricht ging am Mittwoch bei den Anwohnern ein. "Das ist für uns erst einmal ein Dämpfer", sagt Kohlstedt. Die Anwohner wollen sich nun mit ihrem Anwalt beraten, ob weitere Rechtsmittel eingelegt werden.

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Von Daniel Junker

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