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In 11 Sekunden bei Grün über die B6 - reicht das?

Gleidingen In 11 Sekunden bei Grün über die B6 - reicht das?

Die Bundesstraße 6 bei Gleidingen zu überqueren, ist für manche Fußgänger eine sportliche Herausforderung: 11 Sekunden dauert die Grünphase - aus Sicht von Kritikern zu wenig, aus Sicht der zuständigen Behörde genug. Der Ortsrat hat jetzt eine Idee, wie man Abhilfe schaffen könnte.

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11 Sekunden Zeit haben Fußgänger, um mindestens bis zur Mitte der Fahrbahn zu kommen - dann springt die Fußgängerampel auf Rot.

Quelle: Dorndorf

Gleidingen. Dreimal täglich kreuzt Karlheinz Balcer mit seinem Hund die Bundesstraße 6 bei Gleidingen - jeweils hin und zurück. "Man muss sich schon beeilen, wenn man rüberkommen will", sagt der 43-Jährige. Für ihn ist das machbar - "aber für manche Ältere schon ein Problem", meint der Gleidinger.

Ähnlich sieht dies Ortsbürgermeister Peter Jeßberger, der das Thema jetzt im Ortsrat angesprochen hat. "Ich bin erst vor zwei Wochen wieder von einer Frau darauf angesprochen worden, dass sie in der Zeit nicht über die Straße kommt." Auf Bitten Jeßbergers hat die Stadtverwaltung unlängst bei der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr angefragt, ob die Zeit nicht zu knapp bemessen ist.

Die hat inzwischen die Anlage überprüft: 11 Sekunden haben Fußgänger, bis die Ampel wieder auf Rot springt, 19 Meter breit ist die Straße an dieser Stelle. Aus Sicht der Landesbehörde reicht das. "Bei einer Räumgeschwindigkeit von 1,2 Metern pro Sekunde hat der Fußgänger bei Ablauf der Freigabezeit circa 13 Meter zurückgelegt, was 70 Prozent der Furtlänge entspricht", heißt es in der behördlichen Antwort an die Stadt. Mit anderen Worten: Es ist gar nicht das Ziel, dass Personen die gesamte Länge bei Grün schaffen - zumal sie ja im Anschluss noch Zeit haben, bis die Autoampel ihrerseits auf Grün springt.

So sieht es auch die RiLSA, die "Richtlinien für Lichtsignalanlagen" vor. Darin heißt es, dass Fußgänger bei Kreuzungen wie dieser lediglich die Hälfte bei Grün überschreiten können müssen. "Mit der versorgten Freigabezeit von 11 Sekunden wären sogar Räumgeschwindigkeiten von circa 0,90 Meter pro Sekunde möglich, um dieser Vorgabe zu genügen", schreibt die Behörde weiter. Um den Verkehrsfluss nicht zu verschlechtern, rät man von einer Verlängerung der Grünphase ab.

Rechtlich wäre demnach alles in Ordnung - aber was hilft das Menschen mit Rollator? Einen möglichen Ausweg hat jetzt SPD-Ortsratsmitglied Miriam Friedrichs-Seidel angezeigt: Sie schlägt vor, die Ampel mit einem Summer für Blinde und Sehbehinderte zu versehen. Der Vorteil: Dann gelten andere Richtlinien - mit entsprechend längerer Fußgänger-Grünphase. Da Deutschland ohnehin verpflichtet sei, die UN-Behindertenkonvention zur Gleichstellung Behinderter umzusetzen, wäre dies ohnehin fällig, meint Friedrichs-Seidel. Der Ortsrat hat die Verwaltung jetzt gebeten, entsprechend bei der Landesbehörde vorstellig zu werden.

Von Johannes Dorndorf

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