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Aqualaatzium: Jeder Fall wird angezeigt

Grasdorf Aqualaatzium: Jeder Fall wird angezeigt

Einem 17-jährigen Afghanen wird vorgeworfen, zwei Mädchen und eine junge Frau im Aqualaatzium sexuell belästigt zu haben. Müssen sich Gäste nun Sorgen machen? Laut Bad-Geschäftsführung hat es im gesamten Jahr 2015 einen solchen Vorfall gegeben - ohne Flüchtlingshintergrund.

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Die Baderegeln im Aqualaatzium sind neuerdings auch auf Englisch, Französisch und Arabisch formuliert, erläutert Aqualaatzium-Geschäftsführer Carsten Otte.

Quelle: Frank Wilde

Grasdorf. Die wachsende Zahl von Flüchtlingen sei auch im Aqualaatzium Thema, sagte Geschäftsführer Carsten Otte am Montag. Dabei gehe es allerdings vor allen Dingen um Fragen der Badesicherheit. "40 bis 50 Prozent der Gäste mit Migrationshintergrund können nicht schwimmen", schätzt Otte. Auch würden immer wieder Baderegeln und Schilder mit Hinweisen ignoriert - etwa auf den gesperrten Drei-Meter-Turm oder das Verbot, vom Beckenrand zu springen. Das Personal habe verstärktes Augenmerk darauf und spricht die Gäste an, inzwischen seien Tafeln auf Englisch, Französisch, Arabisch und Deutsch angebracht worden.

Es gebe allerdings auch andere Verhaltensauffälligkeiten - vor allem von männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden. "Das sind keine direkten Belästigungen, sondern eher wildes Gehabe", so die Einschätzung Ottes. Als Beispiel nennt er den Sprung vom Beckenrand direkt neben planschende Mädchen. "Man merkt, das ist kein Spiel mehr, aber es ist auch noch keine sexuelle Belästigung." Das Personal sei - wie auch bei den Baderegeln - angewiesen, in solchen Fällen sofort einzuschreiten. Otte betont: "Wir dürfen nicht so tun, als ob es das nicht gibt."

Sexuelle Belästigungen im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingskrise seien dem Badpersonal bis zum Vorfall am Freitag nicht bekannt geworden. Im gesamten Jahr 2015, heißt es, habe es genau einen Fall gegeben, der jedoch keinen Zusammenhang mit Flüchtlingen hatte. "Wenn ein Fall gemeldet wird, wird im Bad damit offensiv umgegangen", betont der Aqualaatzium-Geschäftsführer, jeder Fall werde sofort der Polizei übergeben. Die Täter erhielten lebenslanges Hausverbot. Otte appelliert an Betroffene, sich bei den Mitarbeitern zu melden.

Ein generelles Besuchsverbot für Flüchtlinge, wie es vor kurzem im nordrhein-westfälischen Bornheim ausgesprochen wurde, schließt Otte aus, niemand dürfe unter Generalverdacht gestellt werden. "Wir haben 24 Nationalitäten bei den Beschäftigten im Haus", ergänzt der Geschäftsführer. Freien Eintritt oder Rabatte für Flüchtlinge, wie es zuletzt in Internet-Foren unterstellt wird, gebe es im Aqualaatzium übrigens nicht. Auch die Laatzener Verwaltung bestätigte auf Anfrage, dass die Stadt keine solche Karten verteile.

Von Johannes Dorndorf

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