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Bis 2017 soll eine Lösung für das Ehrenmal her

Alt-Laatzen Bis 2017 soll eine Lösung für das Ehrenmal her

Das Alt-Laatzener Ehrenmal soll um ein Friedensmal im Rathauspark ergänzt werden - so hatten es unlängst die AGs zur Gedenkkultur vorgeschlagen. Jetzt wird der Zeitplan konkret: Die Stadt soll das Konzept bis 2017 umsetzen. Mit in den Blick gerückt werden neuerdings auch Zwangsarbeiter.

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Vorbild für die Gestaltung des Alt-Laatzener Ehrenmals? Am Eingang des Ehrenfriedhofs am Maschsee-Nordufer erinnert eine Tafel an Zwangsarbeiter in Hannover.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. Am Montagabend haben die vier Arbeitsgruppen, die sich seit Sommer 2015 mit der Gedenkkultur in Alt-Laatzen befassen, Zwischenergebnisse vorgestellt. Axel Saipa vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ging insbesondere auf den Zeitplan ein: Ziel müsse sein, dass die Stadt das Konzept für die Etatplanung 2017 berücksichtigt. "Das wäre die Deadline", sagte Saipa - schließlich dauere die Debatte dann schon fünf Jahre.

Gestalterisch manifestiert sich immer mehr die Idee eines Friedensmals auf der Rückseite des 1934 errichteten, martialisch wirkenden Ehrenmals. "Wir müssen ein Mal schaffen, das uns zum Frieden verpflichtet", sagte AG-Sprecher Klaus Schlüter. Ergänzt würde es durch vier erläuternde Tafeln, eine Linde und eine Öffnung des Parks auf beiden Seiten des Ehrenmals. "Das ist eine ganz tolle Möglichkeit, das alte und neue Ehrenmal in die Öffentlichkeit zu rücken", schwärmte Saipa. Vorbild könnte aus Sicht von Ortsratsmitglied Andreas Quasten der Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer sein, wo russischer Zwangsarbeiter gedacht wird. 

Bei einem Ortstermin mit der Stadtverwaltung im Park habe sich bereits herausgestellt, dass die Umgestaltung prinzipiell machbar sei - weder die damit verbundenen Demontage einer Laterne noch baumpflegerische und andere Belange stünden dem entgegen, berichtete Schlüter. Die Stadt habe dabei auch einen Grobentwurf in Aussicht gestellt, der allerdings noch nicht fertig ist. "Da müsste sich ein Landschaftsplaner dransetzen", sagte Stadtsprecher Matthias Brinkmann - die Zeit habe dafür nicht gereicht.

Die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Opferbegriff auseinandersetzt, stellte am Montag noch keine fertigen Ergebnisse vor. Die KGS-Schüler Jan-Luca Biester und Linus Kemper, die sich mit der Definition des Begriffs "Opfer" auseinandersetzen, berichteten von prinzipiellen Problemen: "Wenn man beginnt, die Opfergruppen aufzuzählen, wird man immer jemanden vergessen. Wenn man alle nennt, wird es zu unübersichtlich." Diskutiert werde unter den Schülern auch, ob auf den Gedenktafeln Begriffe wie "Volk" und "Rasse" verwendet werden sollen.

In Arbeit ist auch noch der Text der Arbeitsgruppe zur Geschichte des Ehrenmals. Beide Entwürfe - zur Geschichte und zum Opferbegriff - sollen bis Ende April fertiggestellt werden. Die AG zur Gedenkkultur in Alt-Laatzen sieht die Erweiterung der Feier beim Volkstrauertag 2015 als Erfolg: "Wir haben mit Schülergruppen literarische Texte vorlesen lassen", berichtete KGS-Lehrer Wilhelm Paetzmann. Die Rückmeldungen hätten die Gruppe bestärkt, "in dieser Art weiter zu machen".

Andreas Quasten schlug vor, die Geschichte der Zwangsarbeiter in Alt-Laatzen in den Blick zu nehmen - etwa bei der Neugestaltung des Flebbehof-Geländes, wo viele untergebracht waren. Die AG Geschichte kündigte an, dies in ihre Arbeit aufzunehmen.

Die nächste Sitzung aller AGs ist für Ende Mai/Anfang Juni geplant.

Vortrag über Tod von Soldaten

Axel Saipa, der die Ehrenmal-Debatte moderiert, kommt Anfang April zu einem Vortrag nach Laatzen. Saipa, der Mitglied des Landesvorstands beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, spricht über ethische und moralische Fragen des Soldatentods. Eine ganz entscheidende rolle werde dabei auch der Opferbegriff spielen, kündigte Saipa an. Der Vortrag am Montag, 4. April, beginnt um 18 Uhr im Erich-Kästner-Schulzentrum, Marktstraße 33.

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Fotostrecke Laatzen: Ehrenmal: Bis 2017 soll eine Lösung her

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