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Arbeitslose sollten selbst aktiv werden

Laatzen Arbeitslose sollten selbst aktiv werden

Die Initiative für Arbeit (IfA) ist 20 Jahre alt: Im Februar 1996 setzten sich Mitarbeiter des damaligen Arbeitsamtes mit Arbeitslosen aus Laatzen an einen Runden Tisch. Ihr erklärtes Ziel war es, die Arbeitslosigkeit in Laatzen zu verringern.

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Olu Arigbabu ist Gründungsmitglied der IfA und seit 20 Jahren in dem Verein aktiv.Junker

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen. Die Idee für die Gründung einer Gruppe, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen sollte, kam von Horst Gabriel, der damals die Laatzener Geschäftsstelle des Arbeitsamtes geleitet hatte. „Wir wollten Arbeitssuchende und Unternehmer an einen Tisch bekommen“, blickt der 61-Jährige zurück. „Es ging uns darum, Ideen zu entwickeln, wie wir die Arbeitslosigkeit in Laatzen langfristig verringern können.“ Die direkte Jobvermittlung war dabei nicht das Ziel - in Kooperation mit dem Arbeitsamt sollten die Arbeitslosen selbst aktiv werden.

Mitte der Neunzigerjahre sei die Arbeitslosigkeit auch bei gut ausgebildeten Menschen sehr hoch gewesen, berichtet Olu Arigbabu, der sich seit dem ersten Tag in der IfA engagiert. „Viele Arbeitslose waren Fachleute“, sagt der 67-Jährige, der heute gemeinsam mit Jürgen Nienstedt das Beraterteam der IfA bildet. „Wir wollten den Leuten verständlich machen, dass es kein Makel ist, in diesen Zeiten arbeitslos zu sein“, ergänzt Gabriel. „Es war damals eher ein strukturelles Problem.“

Deshalb bat Gabriel die Arbeitslosen an einen Runden Tisch. Gemeinsam sollten sie neue Ideen entwickeln, wie die Arbeitslosigkeit reduziert werden könnte. „Es ging darum, Nischen zu finden, um bei Firmen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Arbeitslosen sollten sich über das Netzwerk austauschen, Impulse geben und neue Kontakte knüpfen“, sagt Gabriel. „Zehn bis 15 Leute haben sich dann regelmäßig getroffen“, ergänzt Arigbabu. Aus deren Ideen seien neue Eingliederungsmöglichkeiten entstanden, „es gab neue Praktikumsstellen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsprojekte, unter anderen zusammen mit der Leine-VHS“, berichtet Gabriel.

In den Folgejahren habe die IfA für die Leine-VHS einen Berufsfindungsmarkt für Schüler organisiert, berichtet Arigbabu. Ähnlich des heutigen Betriebeparcours der AES konnten die Schüler mit Vertretern von ortsansässigen Firmen ins Gespräch kommen.

Bald darauf organisierte die IfA auch Feiern zum Tag der Arbeit auf dem Marktplatz. „In diesem Zuge haben wir am 1. Mai 1998 die Tafel mit den Arbeitslosenzahlen vor dem Rathaus aufgestellt“, sagt Arigbabu. „Wir wollten die Arbeitslosigkeit deutlich sichtbar machen.“ Noch heute aktualisiert die IfA die Zahlen regelmäßig zum Monatsanfang.

Seit einigen Jahren konzentriert sich die IfA insbesondere auf die Beratung. „Wir schauen uns Bewerbungen an und üben Vorstellungsgespräche“, sagt Arigbabu. Zudem versteht sich die Initiative als Schnittstelle zwischen Arbeitslosen, dem Jobcenter und anderen Beratungsstellen. „Wenn jemand arbeitslos ist, hat er oft noch andere Probleme. Viele Leute trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen. Wir können dabei helfen.“

Rund 50 Arbeitslose berät die IfA pro Jahr. Das Büro des Vereins im Stadthaus ist an jedem Dienstag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Daniel Junker

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