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Archäologen suchen auf Logistikfläche nach Schätzen

Rethen Archäologen suchen auf Logistikfläche nach Schätzen

Auf der geplanten Logistikfläche östlich von Rethen sind die ersten Bagger angerollt. Der Auftrag: das 30 Hektar große Areal südlich der B443 auf mögliche archäologische Funde zu untersuchen. Noch gibt es kein Ergebnis, wohl aber Hinweise auf mögliche Fundstellen.  

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Mit Hilfe von Baggern wird die oberste Bodenschicht abgetragen, um nach archäologischen Fundstellen zu suchen.

Quelle: Torsten Lippelt

Rethen.  Sind im Boden östlich von Rethen historische Funde verborgen? Gab es dort möglicherweise sogar ein weiteres Römerlager wie bei Wilkenburg? Archäologen untersuchen seit Montag das etwa 30 Hektar große Areal, auf dem im nächsten Jahr die Bauarbeiten für die neue Logistikfläche Laatzen-Ost beginnen sollen. Die Fläche liegt südlich der B443 und und östlich der B6 –zwischen dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum im Norden und der Sportanlage Erbenholz im Süden.

Dass der Boden untersucht wird, hängt mit der schieren Größe der Fläche zusammen, die derzeit überplant wird. „Wie üblich bei solchen großen Baugebieten führen wir eine harte Prospektion durch, wenn wir vermuten, dass dort archäologische Funde zu finden sind“, sagt Friedrich-Wilhelm Wulf, Referatsleiter beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Bereits vor Jahren sei dort eine Begehung durchgeführt und auch eine archäologische Fundstelle entdeckt worden. Näheres gibt die Behörde bislang nicht bekannt – zumal die zeitliche Einordnung ebenso unklar ist wie die Frage, was sonst noch im Boden versteckt ist.

Geleitet wird die Untersuchung von der Isernhagener Grabungsfirma Archaeofirm. Wie Geschäftsführer Tobias Poremba erläutert, werden im ersten Schritt sogenannte Suchschnitte in Abständen von etwa 20 Metern angelegt. Dabei werde die Oberkante des sogenannten gewachsenen Bodens freigelegt, die im Mittel in etwa 70 Zentimetern Tiefe liegt. „Wir schauen, ob dort Verfärbungen sind, die Hinweise auf archäologische Funde im Boden sein können“, sagt Poremba. Dabei sei stets ein Archäologe vor Ort. „Das ist wichtig: Denn wenn Niederschlag fällt, verwischt alles.“ 

Wie lange die Sondierung dauern wird, steht noch nicht fest – dies hängt vor allem davon ab, ob die Fachleute fündig werden. „Wir werden aber auf jeden Fall mehrere Tage damit beschäftigt sein“, sagt der Archaeofirm-Geschäftsführer.

Die Untersuchung ist Teil der Vorbereitungen für den Bebauungsplan, den die Stadt Laatzen derzeit auf den Weg bringt und der im Frühjahr 2018 vom Rat verabschiedet werden soll. Bis dahin muss die Hannover Region Grundstückgesellschaft (HRG), die das Gebiet erschließen will, auch für die Umsiedlung der dortigen Feldhamster sorgen. Die Kosten dafür und für die archäologischen Untersuchungen trägt die HRG selbst.

Das Unternehmen plant, im nächsten Jahr mit der Erschließung der Fläche zu beginnen. Ende 2018, spätestens 2019 soll dann mit dem eigentlichen Bau der Logistikhallen begonnen werden.

Mit Hilfe von Baggern wird die oberste Bodenschicht abgetragen, um archäologische Fundstellen zu finden

Mit Hilfe von Baggern wird die oberste Bodenschicht abgetragen, um archäologische Fundstellen zu finden.

Quelle: Torsten Lippelt

Von Johannes Dorndorf

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