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Allein mit Kind im anderen Land

Laatzen-Mitte Allein mit Kind im anderen Land

Das Schicksal alleinerziehender Migrantinnen beschreibt eine Ausstellung, die seit Montag im Leine-Center zu sehen ist. Vorgestellt werden neun Frauenporträts, die vom Leben in den Herkunftsländern, den Erfahrungen in Deutschland, von Trennungen und Wünschen erzählen.

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In neun Portraits stellt die Ausstellung im Leine-Center die Geschichte alleinerziehender Migrantinnen vor.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Eines wurde Claudia (39) klar, als sie sich damals eine Wohnung in Deutschland suchte. "Ich würde aus dem Weltbild ausbrechen, das mir das einzig lebbare schien." Bis dahin lebte sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Italien, der Zeit in der "Hölle", wie sie es nennt, "weil sie nur aus Streit, Einsamkeit und Frustration bestand". Zu ihrem Schritt habe sie lange gebraucht. "Die Erinnerungen, all die Jahre, die gemeinsamen Erlebnisse, all das hielt mich gefangen ... und die Angst vor dem, was kommen würde, vor Einsamkeit, Alleinsein, Armut." Ihr gleichgültiger Mann habe immer gesagt, sie "solle halt gehen". Dass sie es nicht früher tat und ihre Kinder die Zeit erleben mussten, würde sie sich nicht verzeihen.

Die Geschichte der 39-Jährigen ist eine von neun, die in der Wanderausstellung gezeigt werden. Nach Laatzen geholt hat die Schau der Verein alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) und das städtische Gleichstellungsteam. Die Wege, die die porträtierten Frauen gegangen sind, sind verschieden: Mal ist es die Behinderung des Kindes, die zum Auseinanderbrechen der Familie geführt hat, mal leere Versprechungen des Mannes, manchmal tragische Unglücksfälle wie der Herzinfarkt des Partners kurz vor der Geburt.

Erzählt wird auch die dramatische Geschichte der 34-jährigen Sahar aus Palästina, die verfolgt wird, um ihr Leben fürchtet - und über Schweden nach Deutschland floh. Einmal sei ihr Verfolger mit Messer in ihre Wohnung eingedrungen, als sie zum Wäscheholen im Keller war - den Kindern geschah glücklicherweise nichts.

Alle neun Schicksal werden nur angerissen - sie sind in einem Buch ausführlicher dokumentiert. Die Ausstellung im Erdgeschoss des Leine-Centers läuft bis Montag, 11. März. Sie sollte eigentlich bereits im November im Stadthaus gezeigt werden, wegen einer Transportpanne kamen damals allerdings die Tafeln mit den Portraits nicht in Laatzen an. Im Leine-Center sind aktuell auch Informationsbroschüren für Alleinerziehende ausgelegt. 

Von Johannes Dorndorf

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