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Bahn prüft nun doch Lärmschutz für Gleidingen

Gleidingen Bahn prüft nun doch Lärmschutz für Gleidingen

Seit Jahren klagen Bewohner in Gleidingen über den Lärm der nahe gelegenen Bahntrasse, bislang vergeblich. Nun kommt Bewegung in die Sache: Die Bahn hat noch für das laufende Jahr eine Lärmuntersuchung angekündigt - als Teil eines millionenschweren Sanierungsprogramms.

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Seit Jahren geklagen Anwohner in Gleidingen den Lärm, der von den vorbeiführenden Bahngleisen ausgeht.

Quelle: Dorndorf

Gleidingen. Die Untersuchung ist Teil des Lärmsanierungsprogramms des Bundes, das für Niedersaschsen insgesamt 173 Teilprojekte mit einer Streckenlänge von 674 Kilometern umfasst. Bundesweit will die Bahn in den nächsten drei Jahren 600 Millionen Euro in Lärmschutzwände, Flüsterbremsen an Zügen und Streckensanierungen investieren.

Profitieren könnten davon auch die Bewohner Gleidingens. Zum Jahresende plant die Bahn eine schalltechnische Untersuchung auf dem Gleisabschnitt, der auf Höhe der Bebauung zwischen Ritterstraße und Dammackerweg liegt. Ob Gleidingen dann später einen Lärmschutz bekommt - sei es als Lärmschutzwand oder passiv in Form von Schallschutzfenstern und Lüftungen -, steht allerdings noch nicht fest. "Hier müssen die Ergebnisse der Untersuchung abgewartet werden", sagt Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst. Die Entscheidung über die konkreten Maßnahmen werde dann voraussichtlich im Jahr 2018 fallen. "Die Umsetzung erfolgt frühestens 2021", stellt die Unternehmenssprecherin klar.

Dass speziell der Gleidinger Abschnitt auf diese Weise untersucht wird, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen sei die Strecke hoch belastet: "Hier fahren durchschnittlich rund 300 Züge in 24 Stunden", sagt Brunkhorst. Außerdem hatte die Bahn vor Jahren beim Bau der Neubaustrecke in diesem Bereich keinen Schallschutz vorgesehen.

Umgekehrt bedeutet dies, dass im Zuge des Sanierungsprogramms kein Gutachten für Alt-Laatzen angestellt wird, das ebenfalls von Bahnlärm betroffen ist. "In diesem Bereich wurde im Rahmen des Baus der Schnellbahnstrecke Lärmschutz umgesetzt", begründet dies die Bahn.

Die Region Hannover zählt zu den Schwerpunkten des Sanierungsprogramms. So wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere im hannoverschen Stadtgebiet sowie in Seelze, Lehrte und Neustadt lärmsaniert. Kleinere Projekte gab es 2007 und 2008 auch in Sarstedt und Heisede. In Planung sind darüber hinaus ab 2019 Bahntrassen in Hannover-Bornum und auf der Strecke Empelde-Weetzen.

Anwohner können Lärmbelästigung melden

Unabhängig vom aktuellen Sanierungsprogramm legt das Eisenbahn-Bundesamt in diesen Jahr eine neue Lärmaktionsplanung auf. Ziel ist es, die Lärmbelastung durch den Schienenverkehr in Deutschland zu senken, wenn auch keine Rechtsansprüche aus der Planung entstehen. Die Öffentlichkeit wird an der Planung beteiligt: In der Zeit vom 30. Juni bis 25. August dieses Jahres können Bürger, die entlang der Hauptverkehrsstrecken der Bahn wohnen, ihre Beobachtungen melden und Anregungen einbringen. Zu den Hauptverkehrsstrecken gehört auch die ICE-Trasse, die durch Laatzen und Sarstedt führt.

Anfang 2018 will das Bundesamt dann aufgrund dieser Angaben und anhand von Lärmkarten den ersten Teil des Lärmaktionsplans veröffentlichen. In einer zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung vom 24. Januar bis 7. März 2018 können Bürger zum vorläufigen Aktionsplan erneut Stellung beziehen, die in die abschließende Version einfließen. Die nächste Runde der Lärmaktionsplanung, die alle fünf Jahre aufgelegt wird, ist dann für 2023 geplant.

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