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Bauhofchef soll Stadtrat werden

Laatzen Bauhofchef soll Stadtrat werden

Dritter Mann in der Führungsetage des Rathauses soll der bisherige Betriebshofleiter Axel Grüning werden. Mit diesem Vorschlag sorgt Bürgermeister Jürgen Köhne für eine Überraschung: Damit würde doch kein ausgewiesener Baufachmann in den Verwaltungsvorstand aufrücken, wie Köhne zuletzt selbst gefordert hatte.

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Quelle: Daniel Junker

Laatzen. „Grüning ist der ideale Mann“, begründete der Bürgermeister jetzt seine Wahl, über die der Rat der Stadt nächste Woche zu entscheiden hat. Der 53-Jährige habe zwar keine technische Ausbildung im Bau- und Planungsbereich. Er verfüge jedoch über viel Erfahrung in der Laatzener Verwaltung - unter anderem als langjähriger Leiter des Teams Tiefbau und ehemaliger Projektverantwortlicher für den Bau des Aqualaatziums. „Er kennt die Gebäude, er kennt die Strukturen und die Hintergründe“, so der Bürgermeister.

Axel Grüning

Grüning hatte sich laut Köhne bereits im November 2014 für den Posten eines Stadtrats beworben, damals jedoch gegenüber Stefan Zeilinger das Nachsehen. Die Entscheidung sei damals knapp gewesen, sagt der Bürgermeister: „Er hat ein hervorragendes Bewerbungsverfahren hingelegt.“ Unter 42 Bewerbern hätte die Stadt zuletzt vier Kandidaten ins Auge gefasst, darunter auch Grüning. Ein weiterer Vorteil: Wegen des zurückliegenden Verfahrens müsse die für 1. Januar 2016 vorgesehene Stelle nicht neu ausgeschrieben werden.

Stadtrad Stefan Zeilinger

Mit der Personalentscheidung einher geht eine Umstrukturierung in der Verwaltung. Zuallererst an der Spitze: Einen Ersten Stadtrat wird es nach dem Ausscheiden von Amtsinhaber Albrecht Dürr zum Jahresende vorerst nicht geben - Köhne will dafür eigens die Satzung ändern lassen. Und noch eines fällt auf: Damit lässt sich Köhne auch die Entscheidung über seinen Vertreter als Verwaltungschef offen. Laut neuer Satzung muss dies nicht einmal einer der beiden Stadträte sein.

Der eigentlich dringend gesuchten Bauexperte im Spitzenteam der Verwaltung würde dann künftig fehlen - bislang hatte Dürr als studierter Architekt und Stadtplaner diese Rolle inne. Die Lücke füllen will der Bürgermeister im Zuge der anstehenden Verwaltungsreform, für die es allerdings noch keinen abschließenden Entwurf gibt. Auf eines legt sich Köhne allerdings fest: Er will eine neue Leitungsebene auch für den Baubereich installieren - ähnlich den vor Jahren abgeschafften Fachbereichen.

Bei der Besetzung der Stadträte hat der Bürgermeister allerdings nur das Vorschlagsrecht, ohne die Zustimmung der Ratsfraktionen geht nichts. Die Entscheidung dafür steht in der Sitzung am Donnerstag, 16. Juli, an. Der Rat tagt dann ab 19 Uhr im Forum des Erich-Kästner-Schulzentrums.

Axel Grüning: Ein Allrounder aus dem eigenen Haus

Axel Grüning ist zwar kein ausgewiesener Bauexperte – aber einer für die Bauverwaltung. Nach einer Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr begann der heute 53-Jährige 1988 die Ausbildung zum gehobenen Dienst bei der Stadt Laatzen. Danach arbeitete er zunächst sechs Jahre lang bei der Kämmerei, wurde dann Abteilungsleiter im Bauverwaltungsamt. 1999 betraute ihn der damalige Bürgermeister Hauke Jagau mit dem Neubau des Aqualaatziums, dessen Geschäftsführung Grüning für kurze Zeit übernahm.

In der Folge leitete er über Jahre hinweg das Team Tiefbau – bis Bürgermeister Thomas Prinz einen neuen Leiter für den Baubetriebshof suchte, der seinerzeit umziehen und am neuen Standort umstrukturiert werden sollte. Mit seiner handfesten Art galt Grüning als der ideale Kandidat für die Aufgabe. Eigentlich sollte er nach zwei Jahren ins Team Tiefbau zurückkehren – nun könnte der nächste Schritt auf der Karriereleiter folgen. Innerhalb der Verwaltung gilt Grüning als umgänglicher Mensch, der Führungsqualitäten mit Teamfähigkeit verbindet. jd

Kommentar von Johannes Dorndorf

Die Logik dieser Wahl

Bei der Kür des neuen Stadtrats hat sich Bürgermeister Köhne für eine überraschende Volte entschieden. Hieß es vor zwei Wochen noch, dass sich nur mit der gut dotierten Position eines Ersten Stadtrats ein Fachmann fürs Baumanagement finden ließe, setzt Köhne nun auf eine interne Lösung. Kann heute richtig sein, was gestern falsch war? Köhne entscheidet sich für die sichere Variante: Mit Axel Grüning fällt seine Wahl auf jemanden, mit dem eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleistet sein dürfte, man kennt sich halt.

Zwar fehlt Grüning die technische Qualifikation eines Ingenieurs, aber er hat sich als erfahrener Problemlöser bewährt – sei es beim Bauhof-Umzug, bei der Kanalsanierung oder nach dem Stadtbad-Brand. Dem Rat muss allerdings klar sein, dass zur Logik dieser Wahl die Einrichtung eines Fachbereichs Hochbau gehört – samt Leitung. Mit einem Teamleiterposten wäre ein Fachmann für die anstehenden Bauprojekte wohl nicht zu bekommen.

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