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Baustelle stellt viele auf Probe

Rethen Baustelle stellt viele auf Probe

Der neue Hochbahnsteig am Rethener Marktzentrum wird von allen sehnlich erwartet und doch haben die bis Anfang Dezember dauernden Arbeiten ihren Preis. Die ersten Händler beklagen Umsatzeinbußen.

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Feinabstimmung vor dem Gleisneubau in Rethen:  Klaus Drochner (links), Bauoberleiter der TransTec, tauscht sich mit dem für die Verkehrssicherheit rund um die Baustelle am Marktzentrum zuständigen Dierk Lürsen von der BSG aus.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. „Bei uns sind es 15 Prozent. Es ist eine Katastrophe“, sagt Ramona Döring vom Edeka-Markt. Ihr Lebensmittelladen sei nun deutlich schwieriger zu erreichen, der Parkplatz teilweise von Baustellenfahrzeugen zugestellt. Sie wisse nicht, ob unter diesen Voraussetzungen und weil die Baustelle bis Dezember bestehen bleiben soll, alle Mitarbeiter gehalten werden könnten.

Auch bei Aldi, der Volksbank, der Marktapotheke und bei den Hannoverschen Werkstätten ist der Kundenrückgang spürbar, wobei für viele auch die bevorstehende Urlaubszeit als weiterer Schwächungsfaktor hinzukommt. Grundsätzlich zeigen die meisten Händler und Geschäftstreibenden auch viel Verständnis. Der Hochbahnsteig bedeute eine Wertsteigerung, sagt Gisela Schramm, die seit mehr als 15 Jahren mit ihrem Mann einen alteingesessenen Friseursalon betreibt: „Der Nutzen überwiegt die Nachteile. Das halbe Jahr werden wir auch überstehen.“ Auch Werner Anders, pädagogische Leiter bei den Hannoverschen Werkstätten mit ihren 160 Maßnahmeteilnehmern, begrüßt den Hochbahnsteigbau. Was er allerdings vermisse, sei eine angemessene Information seitens des Maßnahmeträgers. Von der Einbahnstraßenregelung auf der Hildesheimer Straße hätten die Werkstätten erst am Tag der Umsetzung erfahren.

Die Infra habe langfristig vorab über die Pläne informiert, aber sie hätte tatsächlich auch kurzfristig Zusatzinformation bringen können, gab Martin Vey von der Infra zu. Er kündigte an, zumindest auf der Internetseite die neuesten Anliegerinformationen hinterlegen zu lassen, was an Arbeiten der TransTec anstehe.

Mit den heute beginnenden Gleisarbeiten wird nicht nur der Stadtbahnverkehr der Linie 1 für eine Woche eingestellt, sondern auch die Straße Zur Sehlwiese gesperrt. Das Marktzentrum kann dann voraussichtlich bis zum 7. August nur noch über die Doktor-Alex-Schönberg-Straße und die von dort abgehende Zuckerstraße erreicht werden, teilte die Stadt mit. Dem von Bürgern und Händlern vorgetragenen Wunsch, die Zuckerstraße für den Autoverkehr von der Hildesheimer Straße freigegeben, erteilte sie weiterhin eine Absage.

Lange Rotphase für 346er-Bus

Der Busmotor wummert und wummert, doch die Bedarfsampel leuchtet weiter rot. Bis zu acht Minuten hätten Busse schon gestanden, bis sie entgegen der temporären Einbahnstraße Hildesheimer Straße weiterfahren durften, berichten Anlieger. Üstra-Sprecher Udo Iwannek nennt Messzeiten von „drei bis vier Minuten“, die auf Wartende womöglich nur länger wirkten. Leider brauche es diese Zeit, um den 500 Meter langen Baustellenbereich „zu räumen“, wie es heißt. Alternativ könnte nur die 15 Minuten dauernde Umleitung gefahren oder der Linienverkehr eingestellt werden.

Bahnhofsstraße bleibt Sackgasse

Die Straße Am Bahnhof bleibt länger als geplant eine Sackgasse. Zwar wurde der provisorische Durchstich von der Straße Zur Sehlwiese (Foto) schon vor Wochen eingerichtet, doch wohl erst zur geplanten Vollsperrung der Hildesheimer Straße am 18. und 19. August kann die Straße erstmals durchfahren werden. Weil dort viele Baufahrzeuge stehen, gibt es derzeit kaum Parkplätze in Bahnhofsnähe.

Chaotische Szenen auf der Thiestraße

Die Anliegerstraßen Steinweg und Thiestraße (Foto) sind in den letzten Tagen kaum als solche zu erkennen. Viele Auto- und sogar Lastwagenfahrer ignorierten die Beschilderung und nutzen die Verbindung durch den Ortskern als Schleichweg, um die Einbahnstraße auf der Hildesheimer Straße zu umfahren. Mitunter kam es schon zu chaotischen Szenen. Auch die Stadtverwaltung beobachte die Entwicklung mit Sorge, teilte ihr Sprecher mit: „Wir überlegen, mit welchen Maßnahmen wir gegensteuern können.“

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