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Garantiert Gutes von nebenan

Oesselse Garantiert Gutes von nebenan

Frisches Obst und Gemüse ohne lange Transportwege, Fleisch ohne Massentierhaltung, Backwaren aus natürlichen Zutaten: Immer mehr Verbraucher wollen wissen, woher ihre Lebensmittel stammen, und kaufen vor Ort in Hofläden ein.

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In ihrem Hofladen in Ingeln-Oesselse bietet Imke Hennies frisches Gemüse, Eier und Dosenwurst von den eigenen Schweinen an.

Quelle: Zerm

Oesselse. Bereits kurz nach 9 Uhr morgens läutet im Laden von Imke Hennies das erste Mal die nostalgische Türglocke. „Wir haben viele Stammkunden, die regelmäßig bei uns einkaufen“, sagt die Landwirtsfrau. In ihrem Hofladen in Oesselse verkauft sie seit fast 20 Jahren Produkte vom Bauernhof ihres Mannes Heinrich Hennies. Ganz frisch sind die Eier, die Kunden oft noch handwarm direkt aus dem Stall kaufen können. Im Gegensatz zu den Legebatterien großer Produzenten können die 40 Hühner auf Hennies Hof in einem großen Stall frei herum laufen. Rund 20 bis 25 Eier legen die Hühner pro Tag. „Im Akkord müssen sie bei uns nicht arbeiten“, sagt die Landwirtsfrau lachend. Wer will, kann die Tiere besuchen und sehen, woher die Eier stammen, die später bei ihm in der Küche landen. „Das wird für Kunden immer wichtiger“, glaubt Hennies.

Verkauf von der Plantage

Von Äpfeln über Kirschen bis hin zu Pfirsichen und Pflaumen: In seinem Hofladen bietet Klaus Hahne eine große Auswahl an frischem Obst an. Kern-, Stein- und Beerenfrüchte werden auf der Obstplantage hinter dem Hof selbst angebaut. Wer will, kann bei einer der regelmäßig stattfindenden Führungen dabei sein und selber sehen, wie das Obst erzeugt und geerntet wird. „Wir verkaufen zu 90 Prozent unser eigenes Obst“, sagt Hahne. Hinzu kommt Gemüse wie Tomaten und Spargel, auch Heidelbeeren von anderen Erzeugern aus der Region vertreibt Hahne. Hahnes Hofladen ist der älteste in Laatzen. Nachdem 1948 die ersten Obstbäume auf dem Plantagengelände gepflanzt wurden, begann bereits 1952 der Direktverkauf auf dem Hof. Hofladen Obstplantage Hahne, Hildesheimer Straße 574, 30880 Laatzen-Gleidingen; geöffnet: Mo. bis Fr. 8–18 Uhr, Sbd. 8–12 Uhr.

Die Zahl der Menschen, die regelmäßig bei ihr einkaufen, steige kontinuierlich. Diese Entwicklung kann Obstbauer Klaus Hahne nur bestätigen, der in Gleidingen einen Hofladen betreibt: „Zwar gibt es keinen explosionsartigen Anstieg, aber die Zahl der Stammkunden steigt.“ Offenbar legen immer mehr Menschen Wert auf Frische und Produkte aus der Region. „Den Wettbewerb mit großen Anbietern können wir nur durch Frische bestehen“, meint auch Imke Hennies. Neben Eiern bietet sie mehrere Sorten Dosenwurst an, die von den eigenen Schweinen stammt, die ihr Mann im Stall neben dem Hofladen mästet. Geschlachtet und verarbeitet werden sie vom Schlachter nebenan. Hinzu kommen eigene Gänse, die bis Weihnachten auf den zum Hof gehörenden Weiden Freilauf haben, sowie Gemüse aus dem eigenen Garten.

Ergänzt wird das Sortiment von Produkten anderer regionaler Anbieter. Viele fragten auch nach passenden Rezepten für Gemüse oder die richtige Zubereitung der Weihnachtsgans, sagt die Hofladeninhaberin. „Dann bekommen sie von mir gleich noch ein Rezept und Zubereitungstipps.“Leben kann sie von dem Hofladen nicht. „Aber es ist ein Zubrot, einer von vielen Zweigen in der Landwirtschaft.“ Dass die Rechnung dabei nicht immer aufgeht, weiß Patricia Rimkus vom Hof Nötel in Jeinsen. Jahrelang hatte die Familie den einzigen Hofladen im Ort betrieben. „Es hat sich leider nicht getragen“, sagt Rimkus, der übrige Betrieb habe letztlich den Hofladen subventioniert. Um Personalkosten zu sparen, wurden die Öffnungszeiten reduziert – daraufhin gingen die Kundenzahlen weiter zurück. Ende Mai zog die Familie die Reißleine, seither ist der Laden geschlossen. Erschwert wird der Schritt zum Eigenverkauf durch Auflagen.

Alles Bio

Alles bio

Der Kampfelder Hof in Hiddestorf bietet biologische Produkte aus eigenem Anbau und von Partnern aus der Region. Der Betrieb legt Wert auf eine faire, ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft. Kartoffeln, Getreide, Obst, Gemüse und Schaffleisch kommen direkt vom Hof, Backwaren aus der eigenen Bäckerei. Kampfelder Hof, Hauptstraße 31, 30966 Hemmingen-Hiddestorf; geöffnet: Mo. bis Fr. 7.30–18 Uhr, Sbd. 7.30–13 Uhr.

Als Imke Hennies ihr Lädchen 1997 in einem umgebauten Pferdestall eröffnete, mussten sie und ihr Mann strenge Auflagen erfüllen. „Wir mussten zwei Kühlräume, einen für Fleisch und einen für Gemüse, sowie eine komplett geflieste Küche anbauen.“ Hinzu kamen Brandschutzauflagen. Seit 2006 sind auch kleinere Betriebe verpflichtet, im Rahmen der EU-Lebensmittel-Hygienevorschriften regelmäßig kritische Kontrollpunkte wie etwa die Kühlschranktemperatur zu dokumentieren. „Vor einigen Jahren wurden die Vorschriften so umfangreich, dass ich aufgehört habe, eingekochte Marmelade zu verkaufen“, erzählt Hennies. Denn es hätten alle Zutaten einzeln aufgeführt werden müssen – sogar die des Gelierzuckers. „Die Liste wurde so lang, dass sie nicht mehr aufs Glas passte.“ Später wurden die Vorschriften wieder gelockert, sodass es auch wieder Marmelade gibt. Imkes Hofladen, Dorfbrunnenstraße 7, 30880 Laatzen-Oesselse; geöffnet: Do. 9–12 Uhr, Fr. 9–12 und 15–17 Uhr, Sbd. 9.30–12 Uhr.

Erdbeeren satt

Erntefrische Erdbeeren bietet der Erdbeer-Hof Gleidingen während der Saison auf seinem Hof an. Die Früchte stammen alle aus dem eigenen Anbau. Hinzu kommen Himbeeren, Heidelbeeren und Kirschen von anderen Direkterzeugern aus der Region sowie selbst angebaute Sonnenblumen und Gladiolen. Erdbeer-Hof Gleidingen, Triftstraße 20, 30880 Laatzen-Gleidingen; geöffnet: Mo. bis Stg. 8–18 Uhr (bis September).

Von Stephanie Zerm

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