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Nach Anschlag: Franzosen-Besuch fast abgesagt

Laatzen-Mitte Nach Anschlag: Franzosen-Besuch fast abgesagt

Seit Donnerstag sind 25 Schüler aus der Laatzens französischer Partnerstadt Grand Quevilly zu Besuch an der Albert-Einstein-Schule (AES). Nach den Anschlägen in Paris stand der Austausch zwischenzeitlich auf der Kippe.

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25 Schüler aus den französischen Grand Quevilly sind seit Donnerstag in Laatzen. Am Freitag haben sie Bürgermeister Jürgen Köhne besucht und sich Laatzen vom Dach des Rathauses aus angeschaut.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen-Mitte. "Nach den Terroranschlägen in Paris hatte die französische Schulbehörde alle Schulfahrten verboten", berichtet Olaf van Aken, Deutschlehrer der französischen Schüler. "Das Verbot galt bis Sonntag. Vor einer Woche wussten wir immer noch nicht, ob wir nach Laatzen fahren dürfen." Am Freitagnachmittag habe die Schulbehörde dann doch die Zusage erteilt.

Im Vorfeld der Reise habe es durchaus Bedenken von Eltern und Schülern gegeben. "Wir haben länger darüber diskutiert, ob wir fahren wollen", sagt van Aken. "Die Schüler waren allerdings fest entschlossen, das durchzuziehen. Wir wollten uns nicht einschüchtern lassen." Lediglich ein Schüler sei abgesprungen, der Platz wurde neu besetzt.

Im Unterricht hätten die Jugendlichen mit ihren Lehrern über Terrorattentate diskutiert. Die Schüler seien sich darüber einig gewesen, dass die Terroristen ihr Ziel erreicht hätten, wäre die Schulfahrt ausgefallen. Ein Vorteil sei die Anreise mit dem Bus gewesen: Lehrer, Schülern und Eltern schätzten die Anschlagsgefahr wesentlich geringer ein als für öffentliche Verkehrsmittel.

Der Besuch selbst verläuft ähnlich wie in den vergangenen Jahren: Am Freitag waren die Franzosen zu Gast bei Bürgermeister Jürgen Köhne im Rathaus, am Nachmittag stand eine Fahrt nach Hannover auf dem Plan. In der nächsten Woche will die Gruppe unter anderem in den Harz fahren und das Phaeno in Wolfsburg besuchen, bevor es am Donnerstag wieder zurück nach Grand Quevilly geht. Köhne betonte am Freitag die Bedeutung des Austauschprogramms - insbesondere vor dem Hintergrund der Anschläge in Paris. "Ich finde es wichtig, dass die freundschaftlichen Beziehungen in Europa fortgesetzt und intensiviert werden."

Ist der Austausch gefährdet?

Der seit Jahrzehnten bestehende Schüleraustausch mit dem Collège Edouard Branly in Grand Quevilly konnte künftig schwieriger werden. Der Grund: Die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem will die sogenannten bilingualen Klassen abschaffen - und zwar schon ab September 2016.

In diesen Klassen lernen derzeit rund 15 Prozent der Mittelschüler gleichzeitig Englisch und Deutsch. "Die bilingualen Klassen werden komplett gestrichen", ärgert sich Olaf van Aken. Rund die Hälfte der Schüler, die in Frankreich Deutsch lernen, seien davon betroffen. "Deutsch als Zweitsprache wird zwar weiterbestehen, die Konkurrenz mit Spanisch ist aber sehr groß." Deshalb sieht van Aken den Deutschunterricht in Frankreich in Gefahr - und damit auch die Fahrten nach Deutschland.

Der Lehrer befürchtet, dass es an vielen französischen Schulen künftig gar keinen Deutschunterricht mehr geben wird. Sprachlehrer müssten dann an mehreren Schulen parallel arbeiten. "Wir hätten keine Zeit mehr, den Austausch mit den deutschen Schulen zu organisieren."

Auch Spanier sind zu Gast in Laatzen

Neben den französischen Gästen sind seit Donnerstag auch 19 Schüler vom Colexio Miralba im spanischen Vigo zu Besuch in Laatzen. Den Austausch mit der Stadt in Galizien organisiert die AES-Lehrerin Ana Maria Vega Bastero, die selbst einmal Lehrerin in Vigo war, seit 2009. Unter anderem schauen sich die Spanier Hannover, Berlin und Hamburg an. Im März steht der Gegenbesuch der derzeitigen Gastgeber in Vigo an.

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19 Schüler aus Vigo im spanischen Galizien sind seit Donnerstag zu Besuch an der Albert-Einstein-Schule.

Quelle: Daniel Junker

Von Daniel Junker

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