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Blitzer startet frühestens im Spätsommer

Gleidingen/Rethen Blitzer startet frühestens im Spätsommer

Ursprünglich sollte der Langstreckenblitzer auf der B6 bei Gleidingen im Frühjahr 2015 in den Probebetrieb gehen. Nachdem das Projekt mehrfach verschoben wurde, gehen die Beteiligten nun vom Spätsommer 2017 aus. Einen Effekt hat die Anlage schon jetzt: Die Zahl der Temposünder hat abgenommen.

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Der Hersteller Jenoptik hat inzwischen Markierungen auf der Fahrbahn aufgebracht, mit deren Hilfe Weg und Zeit der durchfahrenden Autos zwischen Anfangs- und Endpunkt gemessen wird.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Gleidingen/Rethen. Mit Terminprognosen hält sich das zuständige Innenministerium in Hannover inzwischen zurück - man ist vorsichtig geworden: Das Land sei von den Untersuchungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig abhängig, die die Anlage zertifiziert, sagt Ministeriumssprecherin Nadine Bunzler. Die PTB habe damit im November 2016 begonnen. Dauern werde die Prüfung etwa neun Monate, heißt es bei der Bundesbehörde. Bliebe es bei diesem Zeitplan, könnte der Probebetrieb im August dieses Jahres beginnen.

"Die Prüfungen sind wie bei allen anderen Geschwindigkeitsmessgeräten sehr umfassend, damit niemand zu Unrecht einen Bußgeldbescheid erhält", sagt Robert Wynands, Leiter des Fachbereichs Geschwindigkeit bei der PTB. Die Mustergeräte würden sowohl im Labor als auch im Straßenverkehr "auf Herz und Nieren geprüft" - das schließe auch die Umweltprüfung, die Robustheit des Geräts und die Software ein.

Die Vor-Ort-Arbeiten würden dabei kaum auffallen. "Vielleicht sieht man gelegentlich Personen an oder auf den Portalen, vielleicht ist für kurze Zeit auch mal ein Blitz scharf geschaltet - natürlich im Moment noch ohne Bußgeldbescheid", ergänzt Winands.

Eine sichtbare Veränderung gab es auf dem Abschnitt Ende März, als die Herstellerfirma Jenoptik Markierungen am Anfangs- und Endpunkt der 2195 Meter langen Strecke zwischen Gleidingen und Rethen aufbringen ließ. "Die Markierung ist für die exakte Weg-Zeit-Berechnung erforderlich, um die Anfangs- und Endpunkte für die genaue Messung zu verifizieren", sagt Ministeriumssprecherin Bunzler. Damit lasse sich die Messung für alle Verkehrsteilnehmer vergleichbar machen. Außerdem können die Autofahrer so erkennen, wo die Blitzerstrecke beginnt und wo sie endet.

Auf die Ergebnisse der PTB wird nicht nur in Hannover gewartet: Die Strecke ist ein bundesweites Pilotprojekt. Von dem Betrieb hängt ab, ob die Anlage auch andernorts aufgestellt wird. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Blitzern wird bei dieser Abschnitts-Tempokontrolle ("Section Control") die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer auf einem längeren Abschnitt ermittelt. Wer zu schnell fährt, wird am Ende der Strecke geblitzt.

Die PTB ist dabei nicht nur als Prüfbehörde tätig, sondern begleitet das Projekt auch wissenschaftlich: Untersuchen wollen die Fachleute unter anderem, welche Auswirkungen die Anlage auf den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit hat. Verglichen werden die vergangenen und aktuellen Zahlen dann unter anderem auch damit, was sich bei Aufstellung eines Hinweisschildes und beim Start des Echtbetriebs ändert. 

Autofahrer fahren schon jetzt langsamer

Unterdessen hat die PTB erste Untersuchungsergebnisse im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung veröffentlicht. Erstes Fazit: Die Autofahrer fahren langsamer - und gefährliche Manöver wegen der Blitzerarmada an der B6 blieben bislang aus. "Die Abschnittskontrolle führt zum jetzigen Zeitpunkt zu einer Reduktion der mittleren Geschwindigkeiten von zwei bis fünf Kilometern pro Stunde", heißt es in einem Zwischenfazit, das die PTB im Februar in der Fahrzeitschrift pvt veröffentlicht hat. Auch hielten sich mehr Autofahrer an die geltende Höchstgeschwindigkeit - unterm Strich seien es jetzt zwischen 10 und 30 Prozent mehr.

Auch habe sich gezeigt, dass befürchtete gefährliche Bremsmanöver ausbleiben. Bei den Blitzern am Ende der Strecke hätten die Blitzer nur "in sehr seltenen Fällen kritische Verzögerungsmanöver" hervorgerufen. Dies habe nicht zu einer Häufung von kritischen Kollisions- oder Auffahrsituationen geführt, heißt es weiter. Im Vergleich zu herkömmlichen, punktuellen Überwachungsanlagen gebe es "signifikant weniger kritische Verzögerungsmanöver". Die vorläufige Bilanz: "Bereits jetzt während der der Installation im Testbetrieb harmonisiert die Abschnittskontrolle den Verkehrsfluss und erhöht die Verkehrssicherheit."

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